Bonpflicht Macht es den Franzosen nach MARCUS MÄCKLER

Bonpflicht. Macht es den Franzosen nach .

MARCUS MÄCKLER

Vivent les Bons – das war einmal. Die schlauen Franzosen schaffen den lästigen Zettelsalat für Beträge bis 30 Euro wieder ab und tun damit, was der gesunde Menschenverstand gebietet. Wer zwei Semmeln und die Tageszeitung beim Bäcker kauft, braucht dafür sicher keinen Kassenbeleg. Der große Umsatzsteuerbetrug ist bei solchen Kleinstbeträgen ohnehin nicht zu erwarten.

Die Franzosen sind uns Deutschen damit einen großen Schritt voraus. Hier verdrehen seit Jahresbeginn Händler, Kunden und Verbände ob der neuen Bonpflicht reihenweise die Augen – zu Recht. Sie ist in ihrer Absolutheit bürokratisch, rückständig und passt nicht in ein Land, das nachhaltiger werden will. Pro Jahr wird der Handel einem Forschungsinstitut zufolge zusätzlich (!) zwei Millionen Kilometer Papier durch die Bondrucker jagen. Die Belege landen dann meist direkt im Restmüll.

Man muss dem Lamento des Handels nicht zu 100 Prozent folgen. Er hatte viel Zeit, sich auf das Gesetz einzustellen, und tat es nur unzureichend. Dass die Rufe nach Nachbesserungen lauter werden, ist aber richtig. Warum es nicht machen wie die Franzosen und einen Mindestbetrag festlegen? Warum nicht E-Bon-Systeme testen, die gedruckte Bons überflüssig machen? Die Bon-Reform braucht eine Reform. GroKo, bitte handeln!

Marcus.Maeckler@ovb.net

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