Auf dem Boden der Tatsachen

Bahn: Strom, Diesel, Hybrid? DIRK WALTER.

Neue Züge für das Oberland – am heutigen Montag werden in Holzkirchen die Nachfolgemodelle für die in die Jahre gekommenen Dieselzüge vorgestellt. Auch die neuen, sparsameren Züge des Typs LINT werden indes von Dieseltreibstoff angetrieben – nicht etwa mit (vermeintlich) innovativen Technologien. Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, wie viel Gerede auch bei der Bahn um Hybrid und Wasserstoff gemacht wird. Auch im Netz der Bayerischen Oberlandbahn verbanden sich viele Hoffnungen mit Hybridzügen, sogar um den Einsatz der Wasserstofftechnologie kreisten einige Gedankenspiele. Letztlich sind das alles Luftschlösser.

Die Wirklichkeit ist bei der Bahn (leider?) viel schlichter, sie lautet: entweder Diesel oder Strom. Fast die Hälfte des bayerischen Bahnnetzes ist nicht elektrifiziert, aller Einsatz der Politik sollte gelten, diesen Anteil zu reduzieren. Das geht nur mit Fahrdraht, sprich: Strom. Und die Verstromung der Oberlandstrecken ist von der Politik fest versprochen. Auch wenn es mit der Strom-BOB mindestens noch ein Jahrzehnt dauern wird, kann man nur hoffen, dass die wegen Corona zu erwartende Finanzkrise das Projekt nicht stoppt. Das ist wichtiger, als weiterhin Geld in unausgegorene Antriebsprojekte zu stecken.

Dirk.Walter@ovb.net

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