Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


MEINUNG

Billionen-Forderung aus Polen: Nieder mit dem Ressentiment

Marcus Mäckler online rahmen
+
Marcus Mäckler
  • Marcus Mäckler
    VonMarcus Mäckler
    schließen

1,3 Billionen Euro, das sind – grob überschlagen – drei Bundeshaushalte, eine galaktische Summe. Es ist auch der Betrag, den Polens nationalkonservative PiS von Deutschland fordert, als Kompensation für die schrecklichen Verbrechen der Nazis im Nachbarland.

Dabei ist die Frage der Reparationen geklärt, eine Chance auf Erfüllung gibt es also nicht, was zweifelsohne auch die Regierungspartei und ihr Chef Kaczynski wissen. Dass sie es dennoch versuchen, und zwar immer wieder, muss man verwerflich nennen.

Anders als behauptet, geht es den Herren und Damen nämlich nicht um späte Gerechtigkeit, um Ausgleich und Versöhnung, um das Heilen jahrzehntealter Wunden. Es geht einer kriselnden, in Umfragen zusehends abschmierenden Partei darum, sich am alten, durchaus wirkungsvollen antideutschen Ressentiment wieder aufzurichten. Es ist kein Zufall, dass es zwar eine gewaltige Forderung gibt, aber keinen diplomatischen Vorstoß, keine Klage vor einem internationalen Gericht. Auch bei vergangenen Reparations-Rufen der PiS gab es das nicht. 1,3 Billionen. Die Zahl soll ganz einfach wirken und nebenbei potenziellen Wählern klarmachen, dass die Deutschen zwar Nachbarn sind, aber niemals Freunde werden können.

Kaczynski und die Seinen spielen damit jenen Kräften in die Karten, die Misstrauen in Europa säen wollen – und das ausgerechnet jetzt, da Zusammenhalt so wichtig wäre. Ihr Kalkül ist kontraproduktiv. Gerade Polen, das sich angesichts der russischen Kriegslust Brüssel zuletzt wieder etwas angenähert hatte, sollte es doch besser wissen.

Marcus.Maeckler@ovb.net

Kommentare