Betriebsrentner-Entlastung Der Druck steigt SEBASTIAN HORSCH

Betriebsrentner-Entlastung. Der Druck steigt .

SEBASTIAN HORSCH

Viele Betriebsrentner zahlen doppelt. Seit 2004 berappen sie bei der Auszahlung noch einmal den vollen Krankenkassenbeitrag inklusive Arbeitgeberanteil. Eine Ungerechtigkeit, um die sich die Regierung dringend kümmern muss – auch wenn die Kanzlerin noch nicht will.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass es SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bei ihrer Gesetzesänderung 2004 schlicht darum ging, Geld in die damals leeren Kassen zu spülen. Und die Betriebsrentner waren dazu eine gute Quelle: Einerseits war bei ihnen etwas zu holen, andererseits waren sie politisch weitgehend wehrlos. Letzteres aber ändert sich gerade. Da in den kommenden Jahren immer mehr Menschen aus der zahlenstarken Baby-Boomer-Generation in den Ruhestand treten, wächst somit auch die Zahl betroffener Betriebsrentner zur einflussreichen Wählergruppe an. Wer also – wie Jens Spahn und anders als Angela Merkel – politisch noch viel vor hat, wird es sich mit ihnen nicht verscherzen wollen. Besonders, wenn die heute wieder gut gefüllten Kassen den nötigen Spielraum bieten. Logisch also, dass der CDU-Gesundheitsminister bereits angekündigt hat, seinen Plan trotz Merkels Absage nicht aufzugeben.

Die Entlastung von Betriebsrentnern ist allerdings nicht nur politisch opportun, sie ist obendrein sinnvoll. Denn auch wenn der 2004 angerichtete Vertrauensschaden bleibt, signalisiert die Regierung so zumindest, dass sie auf die Zukunft der betrieblichen Altersvorsorge baut.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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