Meinung

Söders Homeoffice-Gipfel: Besser ins Tal der Wirklichkeit

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  • vonMartin Prem
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Gut, wenn Politik und Praxis miteinander reden. Daher gibt es am Treffen von Ministerpräsident Markus Söder mit der Wirtschaft nichts zu mäkeln. Vielleicht hätte man aber vom Gipfel der Funktionärsebene ins Tal der Wirklichkeit gehen sollen – ans Band im nahen BMW-Werk. Dort wäre der Austausch keine Einbahnstraße gewesen.

Söder wollte der Wirtschaft seine Mission vermitteln: Homeoffice wo immer möglich. Das ist richtig. Er hätte aus dem Automobilwerk aber auch eine Botschaft mitnehmen können, die wichtiger ist: Dass es beim Infektionsschutz nicht nur den Weg gibt, über rigide Kontaktverbote die statistische Infektionswahrscheinlichkeit zu senken.

Man kann Zusammenarbeit und -leben auch so gestalten, das Infektionen bestmöglich ausgeschlossen sind. Bei BMW, Bayerns größtem Arbeitgeber, wurde jeder noch so winzige Prozess auf den Prüfstand gestellt und auf Infektionsverhinderung optimiert. Mit Erfolg: Trotz vieler Kontakte keine Infektionsauffälligkeit.

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Wenn Bayern kleine Unternehmen, die das selbst nicht können, oder Altenheimbetreiber bei der Entwicklung solcher Konzepte unterstützen würde, wäre die Situation im Freistaat weniger trostlos. Und man hätte vielleicht den Plan B gewonnen, der derzeit fehlt. Denn Plan A hat die Erwartungen bisher nur zu einem Teil (über-)erfüllt: bei den astronomischen Kosten, die eine Generation allein niemals wird abtragen können.

Martin.Prem@ovb.net

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