Berlin soll IS-Kämpfer heimholen Trumps Revanche für München

Berlin soll IS-Kämpfer heimholen. Trumps Revanche für München .

GEORG ANASTASIADIS

Über Donald Trumps Forderung an die Europäer, „ihre“ in Syrien von den USA gefangenen IS-Terroristen zurückzunehmen, ließe sich leichter diskutieren, wenn sie nicht schon wieder im Stil einer niederträchtigen Erpressung daherkäme. Nehmt sie, oder wir lassen sie frei, und dann kehren sie zurück und überziehen eure Länder mit Terror: Das ist Trumps Botschaft nach der Münchner Sicherheitskonferenz und, wenn man so will, auch seine Antwort auf Merkels mit Vorhaltungen gespickte Rede. Wer solche „Verbündete“ hat, braucht keine Feinde mehr.

Doch es nützt nichts, sich jetzt wieder wochenlang über das Raubein im Weißen Haus zu entrüsten. Natürlich gilt der Grundsatz, dass deutsche Staatsbürger ein Recht haben, nach Deutschland zurückzukehren – und sei es nur, damit sie vor hiesigen Gerichten für ihre im Ausland begangenen Straftaten angeklagt werden können. So verfährt Berlin umgekehrt ja auch mit Kriminellen, die man in ihre Herkunftsländer abschiebt. Und die Kurden wären mit der Aufgabe überfordert, die Täter abzuurteilen und zu inhaftieren. Genauso wenig kann die Bundesregierung diese Aufgabe anderen Ländern der Anti-IS-Allianz aufbürden. Jeder ist für seine eigenen Kriminellen verantwortlich.

So richtig es war, dass Deutschland sich nicht mit Kampftruppen in den Treibsand des Syrien-Krieges hineinziehen ließ, so unerlässlich bleibt Berlins Beitrag zum amerikanisch-französisch-britischen Kampf gegen den IS – und der lässt sich auch nicht mit dem (zutreffenden) Argument vom Tisch wischen, dass die USA mit ihrem Irakkrieg die Büchse der Pandora überhaupt erst geöffnet und dem IS den Weg gebahnt haben. Rechthaberei hilft nicht gegen Trump, und vorgeschobene Argumente wie die von Außenminister Maas, der sich, typisch deutsch, auf bürokratische Hindernisse hinausreden will, erst recht nicht.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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