Bericht der Rentenkommission Die GroKo verliert ihr Feigenblatt

Bericht der Rentenkommission. Die GroKo verliert ihr Feigenblatt .

SEBASTIAN HORSCH

Fast zwei Jahre lang hat die Rentenkommission sich darüber Gedanken gemacht, wie ein Fahrplan durch die herausfordernden Jahre nach 2025 aussehen könnte. Doch das gestern präsentierte Ergebnis ist eher dürftig. Die schwierigsten Fragen bleiben offen.

Das ist keine Überraschung. Ein Blick auf die Besetzung der Expertengruppe zeigte schon im Mai 2018, dass man sich nicht zu viel erwarten durfte. Denn neben namhaften Wissenschaftlern müssen am Ende auch die Gewerkschaften hinter dem Ergebnis stehen, genauso wie die Arbeitgeber, die SPD und natürlich auch die Union. Wegweisende Konzepte entstehen anders. Doch auch wenn das wohl allen klar war, genierte sich die GroKo nicht, die Kommission immer wieder als Feigenblatt für eine kurzsichtige Rentenpolitik zu nutzen. Nach dem Motto: Klar, das könnte auf Dauer teuer werden, aber um die Zukunft kümmern sich ja die Experten.

Das ist nun vorbei. Die Regierung muss die unangenehmen Fragen – wie zum Beispiel nach der Entwicklung des Rentenalters – irgendwann selbst beantworten. Die Zeiten dafür sind nicht einfacher geworden. 2018 brummte die Konjunktur. Heute blicken wir neben einer schwierigen Zukunft für die Rentenversicherung auch noch auf eine anstehende Wirtschaftskrise mit unabsehbaren Folgen für Millionen von Arbeitnehmern.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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