Beobachtung der AfD Nach rechtsaußen nie abgegrenzt

Beobachtung der AfD. Nach rechtsaußen nie abgegrenzt .

SEBASTIAN HORSCH

Der Verfassungsschutz nimmt die AfD künftig bundesweit stärker unter die Lupe. Die Parteiführung reagiert nervös. Das ist kein Wunder. Denn die Nachricht kommt für sie zur absoluten Unzeit.

Die AfD steht gerade kurz davor, im Herbst bei den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen zu triumphieren. Überall liegt sie in den Umfragen Kopf an Kopf mit der CDU. Nicht ausgeschlossen, dass sie zumindest in einem der Länder stärkste Kraft wird. Doch was viele der einst bürgerlichen Wähler, die die CDU dort nach rechts verloren hat, gar nicht schätzen, ist das ungute Gefühl, sie könnten ihre Stimme stattdessen an Extremisten geben. Gut möglich, dass diese Zweifel nun einige wieder beschleichen. Die Gewinnerin könnte die Union sein. Die verstärkte Beobachtung ihres im Osten stärksten Konkurrenten kommt ihr äußerst gelegen. Dass sich die AfD-Granden nun als Opfer einer politischen Intrige darstellen, überrascht deshalb nicht.

Doch in Wahrheit ist die Parteiführung selbst schuld. Nie hat sich die AfD entschlossen nach ganz rechtsaußen abgegrenzt, von wo aus der „Flügel“ und die Junge Alternative starken Einfluss in die Partei ausüben. Den Versuch, das durch ein nach außen hin gemäßigteres Gesicht zu kaschieren, mögen einige Wähler der AfD abgenommen haben – der Verfassungsschutz nicht.

Sebastian.Horsch@merkur.de

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