Bayern-SPD im freien Fall Freudlos in den Niedergang

Bayern-SPD im freien Fall. Freudlos in den Niedergang .

MIKE SCHIER

Der Landesparteitag ist gerade vorbei, da ereilt die Bayern-SPD eine schallende Ohrfeige. Zwar ist in der Branche bekannt, dass das Forsa-Institut in der Sonntagsfrage zum schlagzeilenträchtigen Ergebnis neigt, dennoch sind sechs Prozent für die SPD ein Signal höchster Not. Die Genossen, die noch immer hilflos auf das Debakel bei der Landtagswahl starren, versprühen derzeit so viel Anziehungskraft auf Wähler wie die Brüderle-FDP 2013.

Das Beispiel der Liberalen zeigt, dass politische Stimmungen nur teilweise mit Programmen oder Parteistrukturen zusammenhängen – mögen sie für Funktionäre auch von größter Bedeutung sein. Die Liberalen erfanden sich in der APO-Zeit keineswegs neu, aber sie brachten die Basis mit der Partei ins Reine. Sie positionierten authentische, in der Sache glaubwürdige Köpfe an der Spitze und entwickelten irgendwann so viel Spaß an ihrer Politik, dass sich Wähler wieder zu ihnen bekannten.

Die SPD kann daraus lernen. Sie war immer dann stark, wenn sie mutig in die Zukunft marschierte. Gerhard Schröder plakatierte 1998: „Wir sind bereit“. Als die Partei 2017 Martin Schulz mit 100 Prozent zum Chef wählte, sah man kurz, wie viel Kraft ihr noch steckt. Seit der Bundestagswahl aber präsentieren sich die Genossen als freudlose Truppe. So jemanden wählt keiner! Die Bayern-SPD darf nicht den Berliner Fehler der endlosen Selbstbeschäftigung wiederholen. Sonst sind sechs Prozent nur Zwischenstopp auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit.

Mike.Schier@ovb.net

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