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Bayerns Schul-Strategie in der Coronakrise: Das Ende der Ausreden

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  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Es gibt sehr gute Gründe, in der Corona-Krise die Schulen offen zu halten. Und es gibt Inzidenz-Zahlen der 10- bis 19-Jährigen, die dringend nahelegen, höhere Klassen zu entzerren. Nur eines gibt es definitiv nicht mehr: Ausreden.

Im zehnten Monat Pandemie muss das System für neue Unterrichtsformen gerüstet sein. Jede Firma musste im Frühjahr weitestmöglich Heimarbeit ermöglichen, auf eigene Kosten, eigenes Risiko. Vom Staat, der Corona mit grenzenlosen Mitteln bekämpft und die Regeln setzt, ist das jetzt auch zu verlangen. Ohne Wenn und Aber.

Konzepte für einen lückenlosen Unterricht müssen her

Das beginnt beim Kultusminister. Seine Eignung fürs Amt bemisst sich auch daran, ob diese Woche tragfähige Ausweich-Konzepte für – lückenlosen – Unterricht auch in geteilten oder Quarantäne-Klassen stehen. Ob er zusammen mit den oft trägen Kommunen die Technik dafür beschafft hat – hunderte Millionen Euro lagen seit Monaten bereit.

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Jeder Schulleiter muss Präsenzlehrer und Risikogruppen so eingeteilt haben, dass ein Maximum an Unterricht garantiert wird. Und muss als Chef das Gefälle zwischen hochengagierten und abgestumpften Lehrkräften verringern. In aller Klarheit: Wer sich – sobald geschult und ausgerüstet – nicht zu Videounterricht in der Lage sieht, verletzt seine Dienstpflicht als Beamter.

Bayern darf in Sachen Schule nicht mehr ohne Plan B dastehen

Ob, wann und bei welcher Inzidenz Klassen geteilt, digital oder hybrid beschult werden, ist eine politische Entscheidung auf Landesebene. Zur ehrlichen Abwägung gehören Infektionsrisiken, Hygienepläne, Tests, das elementare Recht auf Bildung und auch Betreuungsnöte. Nichts ist nebensächlich.

Was aber im Bildungs- und Hochtechnologieland Bayern kein Argument mehr sein darf: dass es leider, leider seit neun Monaten keinen Plan B gibt.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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