Bayern und die Krise Voranpreschen und mitziehen CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Bayern und die Krise. Voranpreschen und mitziehen .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Das bayerische Mia-san-mia wirkt in vielen Teilen der Republik oft befremdlich kraftmeiernd. In der Corona-Krise wird es gerade neu definiert. Politisch über Markus Söder, der alle drastischen Schritte zur Virus-Eindämmung schneller und notfalls unabgestimmt durchzieht – mit wenigen Tagen Abstand sind ihm alle Länder gefolgt, oft dankend. Parallel dazu gibt im bürgerschaftlichen Engagement derzeit der FC Bayern den Kurs mit vor, unter anderem mit der Millionenhilfe für kleinere Vereine und auch durch private Großspenden seiner Fußballer.

Wer möchte, darf maulen über Söders Imagepflege und steigende CSU-Werte oder über Kicker-Millionäre, die einen halben Wochenlohn als Spende kaum spüren. Treffender ist jedoch in diesem Fall: Beginnen müssen halt die, die es im Kreuz haben. Wer voranprescht, kann andere abhängen, oder sie eben mitziehen. „Mia san mia“ heißt nicht: Ihr anderen seid’s uns egal. Vielleicht bröckelt in diesen Wochen manches Bayern-Klischee. Der FC Bayern hat Zwangspause, Neuschwanstein ist dicht, die Wiesn wird wohl ausfallen: Wenn stattdessen 2020 das zupackende und herzliche Krisenmanagement vieler Bayern (falls es auch erfolgreich ist) unser Bild in der Welt prägt, ist das eine sehr starke Ergänzung.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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