„Bauernmilliarde“ der Koalition Das Geld wird die Wut nicht lindern

„Bauernmilliarde“ der Koalition. Das Geld wird die Wut nicht lindern .

DOMINIK GÖTTLER

Mit einer „Bauernmilliarde“ reagiert die Berliner Koalition auf die bundesweiten Traktorproteste. Und sofort macht unter den Landwirten das Schlagwort vom „Schweigegeld“ die Runde. Nach dem Motto: Nehmt die Milliarde, aber lasst die Traktoren bitte dort, wo sie hingehören. Aber rund 900 Euro pro Betrieb im Jahr werden die Wut der Bauern nicht lindern. Was sie fordern, lässt sich nur zum Teil mit Geld bezahlen.

Zankapfel ist die Verschärfung der Düngeverordnung. Weil der Bund die nötigen Reformen beim Grundwasserschutz jahrelang verschleppt hat, droht den Bauern nun die geballte Auflagenflut. Aber bei aller berechtigten Kritik am ungenauen Messnetz, an der Vergleichbarkeit mit anderen EU-Staaten und der Frage nach Mitverursachern – dass in einigen Regionen in Deutschland zu viel Dünger ausgebracht wird, da sind sich die Experten einig. Neue Düngetechnik kann hier in Zukunft helfen. Aber bis dahin werden die Landwirte die bittere Pille der schärferen Düngeregeln schlucken müssen.

Doch ihre Forderungen gehen weiter als bis zum Güllefass. Sie wollen Anerkennung. Und eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Hier kann und muss die Bundesregierung tatsächlich helfen. Und zwar indem sie mit ihrer starken Stimme in Brüssel die EU-Agrarförderung endlich so umbaut, dass die vom Verbraucher gewünschten Veränderungen für die Bauern auch finanzierbar sind.

Dominik.Goettler@ovb.net

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