Die Bahn kommt auf Touren

Ausbau im Allgäu. DIRK WALTER.

Zu spät, zu voll, zu lahm: Über die Bahn ist leicht lästern. Ärger und zuweilen Häme mag manchmal berechtigt sein, aber man darf auch die Erfolge nicht kleinreden: Beim Bahnausbau ist der Stillstand der vergangenen Jahrzehnte überwunden, auch wenn das in der Öffentlichkeit noch nicht so angekommen ist. Also hier noch mal zum Mitschreiben: Es gibt nun auch Fortschritte. Die Elektrifizierung der Allgäu-Strecke Richtung Zürich ist zum Beispiel ein echter Gewinn. Weitere Projekte werden folgen. Beim Ausbau der Mühldorfer Strecke sind nach Jahrzehnten des Stillstands Fortschritte in Sicht. Eben dies gilt endlich, endlich auch für regionale Projekte wie etwa den Erdinger Ringschluss.

Angesichts der Vielzahl der Bahnprojekte – allein im Großraum München etliche Milliarden – wird man auch in Bayern bald Prioritäten setzen müssen. Die eigentliche Achillesferse des Bahnausbaus bleibt jedoch die Konkurrenz gegenüber der Straße. Es ist ein Irrtum, zu glauben, man könne Straße wie Schiene im gleichen Maße ausbauen, wie das bayerische Verkehrspolitiker immer noch suggerieren. Für beides wird das Geld auf Dauer nicht reichen. Das kann in Zeiten des Klimawandels nur eine Umschichtung der Mittel Richtung Bahn bedeuten.

Dirk.Walter@ovb.net

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