Bätzing neuer Chef der Bischofskonferenz Jetzt kommt der Diplomat

Bätzing neuer Chef der Bischofskonferenz. Jetzt kommt der Diplomat .

CLAUDIA MÖLLERS

Die katholischen deutschen Bischöfe haben eine kluge Wahl getroffen. Als Nachfolger des Münchner Kardinals Reinhard Marx fanden sie mit dem Limburger Bischof Georg Bätzing einen neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, der für Kontinuität in der Ausrichtung steht, aber die besondere Gabe besitzt, Gräben zuzuschütten. Wo Marx versuchte, kraft seiner Autorität und seiner bedeutsamen Rolle im Vatikan die deutschen Bischöfe auf einen gemeinsamen Reformkurs zu drängen, wird Bätzing mit mehr Verständnis für die verschiedenen Meinungen agieren. Eine gute Ausgangsposition, um der Kirche in Deutschland wieder zu mehr Vertrauen zu verhelfen.

Bätzing will nicht das alleinige Gesicht der katholischen Kirche sein, so wie es Marx und seine prägenden Vorgänger Kardinal Karl Lehmann und Kardinal Joseph Höffner waren. Der neue Vorsitzende möchte auch die anderen Bischöfe stärker in Politik und Gesellschaft platzieren. Damit könnte die Kirche wieder mehr Gehör finden in der Öffentlichkeit. Die Bischöfe haben offenbar verstanden, dass sie an ihrer Kommunikation und Außenwirkung einiges tun müssen.

Das Wichtigste aber ist, dass die Richtung bleibt: Die meisten Bischöfe wollen Veränderungen. Kardinal Marx hat in schwierigen Jahren die Vorarbeit geleistet, nun kann Georg Bätzing mit seinem diplomatischen Gespür die Modernisierung der Kirche voranbringen.

Claudia.Moellers@ovb.net

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