Autoindustrie im Corona-Stillstand Dynamik des Abschwungs

Autoindustrie im Corona-Stillstand. Dynamik des Abschwungs .

MARTIN PREM

Nun stehen alle Bänder still. Die Autoindustrie als wirtschaftliches Herzstück des Erfolgsmodells Deutschland hat Stillstand angeordnet. Noch sind die Einschätzungen in den Konzernzentralen verhalten optimistisch. Doch was passiert, wenn die Krise nicht Wochen dauert, sondern Monate oder Jahre? Das kann derzeit keiner sagen.

Einige werden dann nicht überleben. Andere nur unter dem Staatsschirm. Und die allerbesten vielleicht aus eigener Kraft. Es handelt sich dabei um Unternehmen, die in den letzten Jahren für Wohlstand gesorgt und mit ihren Steuern die öffentlichen Kassen gefüllt haben. Doch was ist mit den kleineren? Maschinenbauern, die in ihren Nischen oft Weltmarktführer sind. Von den am stärksten getroffenen Brachen ganz zu schweigen.

Es war zuerst beängstigend, wie die Politik die Logik der Seuchenausbreitung weggelächelt hat. Es ist aber ebenso beängstigend, mit welcher Gelassenheit die Akteure nun ankündigen, die wirtschaftlichen Folgen später mit ein paar Milliarden Euro auszubügeln. Milliarden haben in der Finanzkrise noch gereicht. Die Dynamik des eingeleiteten Abschwungs ist jetzt eine andere. Es stehen Billionenwerte auf dem Spiel. Das ist weit mehr, als irgend ein Staat der Welt im Rettungsmodus schultern kann. Ich fürchte, dass wir die urgesunde kleinteilige Struktur der deutschen Wirtschaft am Ende geopfert haben.

Martin.Prem@ovb.net

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