Außengastronomie nur bis 20 Uhr Das grenzt an Schikane

Außengastronomie nur bis 20 Uhr. Das grenzt an Schikane .

GEORG ANASTASIADIS

Bayern fährt wieder hoch – vorsichtig und in Stufen. Biergärten dürfen am 18. Mai wieder öffnen, Speiselokale eine Woche später, die Hotels sind ab 30. Mai dran. Markus Söder will so die Wirte retten und auch die Tourismussaison und greift dazu, gemeinsam mit Innenminister Seehofer, tief in die Trickkiste: Um die Kundschaft im Freistaat zu halten, bleiben die Grenzen ins – fast virenfreie – Österreich kurzerhand zu. Da kündigt sich europapolitisch viel Ärger an, und das zu Recht. Doch auch die Freude vieler bayerischer Gastronomen über die Lizenz zum Öffnen dürfte beim Blick ins Kleingedruckte rasch verfliegen: Es gelten strenge Abstandsregeln, Gästezahlbeschränkungen, Maskenpflicht (diese darf nur am Tisch abgenommen werden) und Kontaktsperren. Glücklich der Wirt, der sein Geschäft da noch mit Gewinn betreiben kann.

Manche Auflagen sind leider unerlässlich, andere aber schikanös wie das unsägliche bayerische Parkbankverbot: Warum Gäste in den Wirtsstuben bis 22 Uhr sitzen bleiben dürfen, draußen aber nur bis 20 Uhr, erschließt sich nicht. Haben uns die Virologen nicht eingebläut, dass sich das Virus im Freien weniger ausbreiten kann als in geschlossenen Räumen? Und was passiert, wenn der Wirt pünktlich um acht draußen Schluss machen muss? Dann drängt alles nach drinnen; das ist das Gegenteil der eigentlich anzustrebenden Entzerrung. Mal ganz abgesehen davon, dass Beschäftigte, die den Feierabend gern draußen verbringen würden, um ihre kleine Freude im Sommer gebracht werden. Söder muss hier dringend nachbessern, wenn er nicht die nächste bayerische Biergartenrevolution heraufbeschwören will. Die letzte endete vor 25 Jahren. Siegreich.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

Kommentare