Ausgangsbeschränkung Der bayerische Hausarrest DIRK WALTER

Ausgangsbeschränkung. Der bayerische Hausarrest .

DIRK WALTER

Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern sind, gerade im Vergleich mit anderen Bundesländern, ziemlich rigide. Aber die meisten haben sich an diesem Wochenende daran gehalten. Das ist gut so. Großes Lob an (fast) alle! Aber machen wir uns nichts vor: Das dürfte auch der teils scheußlichen, teils eiskalten Witterung geschuldet sein. Man mag sich noch nicht vorstellen, wie es auch in Bayern zugehen wird, wenn wieder richtig die Sonne lockt. So viel sei prophezeit: Der Bayer, freiheitsliebend an sich, wird nur mit Mühe im Haus zu halten sein. Einen Vorgeschmack gab es schon gestern Nachmittag. Und was folgt dann? Polizeisperren, um den Weg zu Seen und Bergen zu versperren? Da könnte uns noch was drohen.

Schon jetzt scheint es für manche eine Art Sport zu sein, die Grenzen des Erlaubten auszureizen. Da gibt es ganz findige Zeitgenossen, die die Ordnungsämter nun mit Spezialfragen aller Art quälen. Zum Beispiel: Freunde darf man jetzt nicht mehr draußen treffen – aber zuhause doch schon noch? Oder: Die Kinder dürfen nicht auf den Spielplatz, klar – aber so mit dem Lieblingsspezl durch die Gegend streifen geht schon, oder? Und: Wir gehen jetzt doch mit unseren Bekannten in die Berge, halten aber Abstand, großes Indianerehrenwort. Nein, nein und nochmals nein. Geht halt alles gar nicht. Haltet Abstand, Leute, auch wenn’s langweilig wird. Diese Selbstdisziplinierung wird, je länger der bayerische Hausarrest dauern wird, zum großen Härtetest werden.

Dirk.Walter@ovb.net

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