Augsburger Vorstoß ist vorbildlich

Mehr Geld für Missbrauchsopfer. CLAUDIA MÖLLERS.

Der Neue ist ungeduldig: Noch bevor Bertram Meier am kommenden Samstag in Augsburg zum Bischof geweiht wird, kündigt er höhere Entschädigungszahlungen für Missbrauchsopfer in seiner Diözese an. Damit zeigt der Augsburger Bischof, dass er sofort als entscheidungsfreudiges Mitglied in die Bischofskonferenz eintreten will und nicht zunächst als stiller Beobachter.

Dieser Vorstoß muss auch als Signal an die Amtsbrüder verstanden werden, sich möglichst schnell auf ein gemeinsames Vorgehen zu verständigen. Es ist den Missbrauchsopfern nicht zuzumuten, dass sie nun noch länger auf einheitliche Regelungen in den deutschen katholischen Diözesen, aber auch in der evangelischen Kirche warten müssen. Viele von ihnen sind vor Jahrzehnten von Priestern oder anderen kirchlichen Mitarbeitern sexuell missbraucht und misshandelt worden. Diese Verbrechen haben sie aus der Bahn geworfen und ihren Lebensweg nachhaltig belastet.

Der neue Augsburger Bischof Bertram Meier hat erkannt, dass seine Zeit als Bischof auch daran gemessen wird, wie er mit diesem dunklen Kapitel der Kirchengeschichte umgegangen ist – und wie er den Betroffenen geholfen hat. Diese klare Haltung sollte auch seine Amtskollegen ermuntern, jetzt rasch ein deutschlandweit geltendes Verfahren zu finden und sich nicht im internen Klein-Klein zu verlieren. Hier muss in erster Linie an die Opfer gedacht werden.

Claudia.Moellers@ovb.net

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