Auftakt zur US-Präsidentschaftswahl Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Auftakt zur US-Präsidentschaftswahl. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

ALEXANDER WEBER

„Wir müssen den gefährlichsten Präsidenten der jüngeren US-Geschichte besiegen“, gab Bernie Sanders vor Anhängern als Parole für den Wahlkampf aus. Viele Bürger in Europa würden dieser Einschätzung sicher zustimmen und sich wünschen, dass Donald Trump ein leidvolles, aber einmaliges Zwischenspiel im Weißen Haus bleibt. Doch bekanntlich liegen zwischen Wunsch und Wirklichkeit manchmal Welten.

„It‘s the economy, stupid“ lautete einst die Kernbotschaft der erfolgreichen Wahlkampagne Bill Clintons, die auch heute noch gilt: Der Zustand der Wirtschaft ist wahlentscheidend. Die US-Konjunktur brummt, die Arbeitslosigkeit liegt bei wenig über drei Prozent – klarer Vorteil für Trump. Und das ist nicht der einzige. Nach anfänglichem Fremdschämen hat sich die republikanische Partei geschlossen hinter ihrem Präsidenten versammelt. Bester Beweis ist der kurze Prozess, den die republikanischen Senatoren mit dem Absetzungsverfahren der Demokraten machen. Befreit von diesem Damoklesschwert kann der Herr im Weißen Haus in aller Ruhe zusehen, wie sich die Bewerber der Opposition gegenseitig zerfleischen. Ein Hoffnungsträger vom Schlage Kennedy oder Clinton ist nicht in Sicht. Stand heute spricht viel dafür, dass der künftige US-Präsident der alte ist.

Alexander.Weber@ovb.net

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