Der Aufschwung ist zurück

Nach dem Corona-Absturz. GEORG ANASTASIADIS.

Auch wenn Deutschland angesichts wieder steigender Corona-Infektionsfälle gerade in eine Sommer-Depression zu fallen droht: Es gibt auch gute Nachrichten. Der ifo-Index, der die Konjunkturentwicklung recht präzise vorhersagt, ist zum dritten Mal in Folge kräftig gestiegen. Deutschland hat die Corona-Rezession, den schärfsten Absturz seit dem Krieg, hinter sich gelassen und befindet sich wieder im Aufschwung. Die gewaltigen Konjunkturpakete, die die Koalition in Rekordtempo geschnürt hat, wirken also, ebenso das viele Geld, das die EZB in den Markt gepumpt hat, und die Kurzarbeiter-Regelung, die Unternehmen bislang davon abgehalten hat, sich in größerem Umfang von Mitarbeitern zu trennen.

Das ist eine Momentaufnahme, gewiss. Im Herbst droht noch immer eine Insolvenzwelle, da die Regierung notleidenden Betrieben erlaubt hat, den eigentlich nötigen Gang zum Insolvenzrichter erst nach dem Sommer anzutreten. Auch können die wieder ansteigenden Infektionszahlen den Aufschwung bremsen. Mit einer Rückkehr zur Normalität rechnen die meisten Manager ohnehin erst 2022. Bis dahin werden Firmen mit Einstellungen zögern.

Trotzdem bleibt festzuhalten: Unsere Wirtschaft ist dank des beherzten Eingreifen des Staates und der hohen Disziplin der Bevölkerung nicht in die befürchtete Abwärtsspirale geraten. Regierung und Bürger haben sich bei der Bekämpfung der Epidemie bis jetzt gut geschlagen, sowohl bei der Eindämmung des Virus und seiner gesundheitlichen Auswirkungen als auch bei der Abwehr der größten wirtschaftlichen Schäden. Das gibt Anlass, mit einer Portion Optimismus in die Zukunft zu blicken.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

Kommentare