Meinung

Verlängerung der Weihnachtsferien: Auf den Schultern der Eltern

-
+
-
  • vonMarc Beyer
    schließen

In Corona-Zeiten langfristig zu denken, ist schwierig, aber löblich. Die Sommerferien kamen für die Politik noch wie aus dem Nichts, auch die Wiedereröffnung der Schulen wirkte keineswegs von langer Hand geplant. Nun werden erste Stimmen laut, die Weihnachtsferien auszudehnen. Wohltuend früh. Eltern kann trotzdem angst und bange werden.

Eine der großen Erkenntnisse aus dem Frühjahr war, dass Kinder zu jenen gehörten, die besonders unter den Maßnahmen zu leiden hatten. Eine Wiederholung sollte es möglichst nicht geben. Nun angesichts steigender Zahlen eben diese Gruppe ins Visier zu nehmen, erweckt den gegenteiligen Eindruck.

Lesen Sie zum Thema:

Verlängerung der Ferien wegen Corona? Das ist der Vorschlag

Bei Eltern kommt die Forderung wie ein Versuch an, einen erheblichen Teil der Verantwortung abermals auf ihren Schultern abzuladen. Zulasten von Schulbildung und Arbeitskraft, oft auch auf Kosten des häuslichen Friedens. Und was, wenn Ende Januar die Zahlen tatsächlich so hoch sind, wie man es momentan nur befürchtet? Die Versuchung dürfte groß sein, die Schulen weiter geschlossen zu halten, bis zu den Faschingsferien.

Noch sind die Verhältnisse in den Schulen relativ stabil. Das mag sich ändern, dann wird man kurzfristig und möglichst differenziert reagieren müssen. Es könnte deutlich mehr getestet werden, auch bei den Masken gibt es in vielen Regionen noch Spielraum. Vielleicht wird das am Ende nicht reichen. Aber noch ist ein bisschen Zeit, es wenigstens zu versuchen.

Marc.Beyer@ovb.net

Kommentare