Meinung

Atomabkommen mit dem Iran: Bittere Pillen für Teheran

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Die ersten Zeichen sind durchaus positiv. Die neue US-Regierung wünscht sich eine Rückkehr zum Atom-Deal mit dem Iran und hat Reisebeschränkungen für UN-Diplomaten aus Teheran gelockert. Der Iran wiederum lässt, anders als angedroht, die internationalen Atom-Inspektoren weiter ins Land. Es sind Trippelschrittchen, die guten Willen zeigen sollen.

Aber sie waren billig zu haben. Die Verhandlungen indes dürften extrem schwierig werden. Ganz abgesehen vom Schaden der Trump-Jahre sind die Ausgangspositionen beider Seiten schwierig. US-Präsident Joe Biden darf nicht den Eindruck machen, er lasse sich im Bemühen um einen neuen Deal zu allzu großen Zugeständnissen bewegen. Und im Teheraner Parlament stellen inzwischen die Hardliner die Mehrheit, die versuchen, den Preis für eine Rückkehr zum Abkommen hochzutreiben.

Die Aufgabe ist komplex, aber eine Lösung des Atomstreits nicht unmöglich

Ein diplomatischer Erfolg des vergleichsweise gemäßigten Präsidenten Hassan Rohani käme ihnen kurz vor der Präsidentschaftswahl im Juni ungelegen. Hinzu kommen inhaltliche Hürden. Schon mit Rücksicht auf Israel müssen die Amerikaner darauf bestehen, den Deal um eine Regelung zum iranischen Raketenprogramm zu erweitern.

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Die Aufgabe ist komplex, aber eine Lösung nicht unmöglich. Denn das Regime in Teheran ist auf ein Ende der US-Sanktionen angewiesen. Am Ende könnte es dafür ein paar bittere Pillen schlucken.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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