Anerkennung für die Pflegekräfte Auf den Applaus müssen Taten folgen

Anerkennung für die Pflegekräfte. Auf den Applaus müssen Taten folgen .

KATRIN WOITSCH

Die Corona-Krise hat den Pflegekräften eine Wertschätzung eingebracht, um die sie lange vergeblich gekämpft haben. Seit einigen Wochen werden sie als Helden gefeiert, beklatscht, bekommen das Prädikat „systemrelevant“ verliehen. Doch als sie noch vor ein paar Monaten mit einem Volksbegehren für bessere Arbeitsbedingungen und gegen den Pflegenotstand kämpften, stellten sich viel zu wenige Menschen hinter sie. Ihre Sorge, dass die Wertschätzung bald wieder abklingt, ist berechtigt.

Die Kranken- und Altenpfleger arbeiten nicht nur jetzt, während der Krise, unter prekären Bedingungen. Der Applaus oder die einmalige Bonus-Zahlung können das nicht aufwiegen. Nicht nur am heutigen Tag der Pflege und nicht nur während der Pandemie steht ihrer Arbeit mehr Anerkennung zu – und die muss sich endlich auch auf die Arbeitsbedingungen und das Gehalt auswirken. Pflegekräfte haben mehr verdient, als sie aktuell verdienen. Jeder, der selbst pflegebedürftige Angehörige hat, weiß, dass gute Pflege eigentlich unbezahlbar ist. Für die Versorgung der Schwächsten in der Gesellschaft nur einen Mindestlohn zu zahlen, ist wie ein Schlag ins Gesicht. Wenn dieser Schlag auf den Applaus folgt, ist der Applaus nichts wert.

Katrin.Woitsch@ovb.net

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