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Wer an Corona verdient: An den Börsen fällt die zweite Welle aus

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  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
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So mächtig und furchterregend das Coronavirus uns auch erscheinen mag – ein Naturgesetz kann auch diese Naturkatastrophe nicht aus den Angeln heben: Die Preise von Immobilien in gesuchter Lage und Aktien aus Zukunftsbranchen steigen immer weiter. Trotz Corona. Oder besser gesagt: erst recht deswegen.

Das liegt an den Billionen von Euro und Dollars, die die Notenbanken in die Märkte pumpen, um die Folgen der Viruskrise für die Konjunktur abzumildern.

Billionen aus den Zentralbanken treiben die Aktienkurse nach oben

Früher hätte das viele Geld die Preise von Lebensmitteln, Kleidung oder anderen Gütern des täglichen Bedarfs in die Höhe getrieben. Die moderne Inflation geht anders: Die Billionen, die die Zentralbanken in den Wirtschaftskreislauf pumpen, treiben heute die Werte von Aktien. Und, zum Leidwesen der Mieter, auch die der Immobilien.

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Während die meisten Corona-Geschädigten noch auf die versprochenen Hilfen vom Staat warten, zählen viele Aktionäre zum Ende dieses Horrorjahres ihre Gewinne. Und wer als Anleger auf die zweite (Ausverkaufs-)Welle an den Börsen wartet, wartet wohl vergebens. Mutige Anleger feiern stattdessen schon jetzt das nahende Ende der Krise – und nehmen jede gute Nachricht von der Impfstofffront zum Anlass für neue Käufe.

Deutschland hat keine Aktienkultur

Wer das als Sparer nicht wahrhaben will und lieber die Negativzinsen auf sein auf dem Konto geparktes Geld beklagt, wird – Corona hin, Corona her – dauerhaft nicht zu den Gewinnern im globalen Monopoly zählen. Aber Aktienkultur wird im Land der Tüftler leider nicht gelehrt, auch nicht an den Schulen. Auch das deutsche Biotechunternehmen Biontech musste erst in den USA an die Börse gehen, damit aus seinem Impfstoff eine weltweite Erfolgsstory wird.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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