Ambulante Dienste Das System hängt an der Pflege daheim

Ambulante Dienste . Das System hängt an der Pflege daheim .

SEBASTIAN HORSCH

FDP-Chef Christian Lindner will mit einer Luftbrücke Masken aus China ranschaffen lassen, Ministerpräsident Markus Söder lässt bayerische Unternehmen fleißig nähen. Beides ist gut, doch am Ende muss die Schutzkleidung auch genau dort ankommen, wo sie gebraucht wird. In den Krankenhäusern und Heimen – aber besonders auch bei den ambulanten Pflegediensten.

Vielerorts läuft die Verteilung gut. Doch man hörte zuletzt auch von Kommunal-Verwaltungen, die es nicht einmal schafften, eine eigene E-Mail-Adresse einzurichten, unter der sich Pflegedienste in Materialnot melden können. Das soll sich nun gerade langsam bessern. Gut so, denn nicht nur in Kliniken wird jede Maske und jede Flasche Desinfektionsmittel dringend gebraucht. 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt. Oft können die Angehörigen das nur leisten, weil ihnen ein Dienst dabei hilft. Doch wenn die Pfleger ohne die nötige Schutzkleidung in die Häuser kommen müssen, gefährden sie nicht nur sich selbst. Sie laufen auch Gefahr, das Virus genau dort hinzubringen, wo es am gefährlichsten ist – an die Betten der Alten und Geschwächten.

Wer soll das auffangen, wenn diese Menschen oder ihre pflegenden Angehörigen in großer Zahl krank werden? Für die Pflegeheime gilt seit dem Wochenende ein Aufnahmestopp. Und die Kliniken stehen ohnehin unter immensem Druck, Tendenz steigend. Mit der Pflege daheim steht und fällt jetzt ein ganzes System.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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