Die Alternative wäre die Insolvenz

Staatshilfe für die Lufthansa. ROLF OBERTREIS.

Die Lufthansa ist erst einmal gerettet. Neun Milliarden Euro lassen sich das die Bundesregierung und damit der Steuerzahler kosten. Es ist ein gigantisches Hilfspaket. Viele kleine Unternehmen, Einzelhändler, Selbstständige wie Künstler oder Dienstleister der Unterhaltungsbranche werden schimpfen: Auch wir sind wegen Corona unverschuldet in die Krise gerutscht und bekommen trotzdem allenfalls Almosen oder gar nichts.

Die Kritik ist verständlich und nachvollziehbar. Trotzdem greift sie zu kurz. Aus mehreren Gründen: Die Lufthansa ist nicht nur eines der angesehensten Unternehmen der Republik und war bis zu Corona auf bestem Weg. Sie ist für die deutsche Exportwirtschaft extrem wichtig, auch für den touristischen Reiseverkehr. Ohne Lufthansa müssten deutsche Unternehmen und deutsche Urlauber allein auf ausländische Airlines vertrauen, die zudem von Frankfurt und München nur bedingt direkt ausländische Ziele anfliegen. Lufthansa beschäftigt weltweit 138 000 Menschen, davon mehrere zehntausend in Deutschland. Die Lufthansa ist ein zentraler Faktor des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Was wäre die Alternative zum neun Milliarden Euro schweren Rettungspaket? Es wäre die Insolvenz der Lufthansa mit unkalkulierbaren Risiken wie dem Totalverlust für die Aktionäre und einem noch viel dramatischeren Jobverlust.

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