Alte Schwachstellen neu aufgedeckt

Schock für Münchner Mieter. SASCHA KAROWSKI.

Die Corona-Pandemie offenbart unerbittlich die Schwachstellen in den Systemen. Das gilt im Besonderen für die Felder Gesundheit und Pflege, aber auch für den Mietmarkt in München. Dass die Quadratmeterpreise in der Isarmetropole zum Teil unerschwinglich geworden sind, war hinlänglich bekannt. Dass so mancher gut die Hälfte seines Einkommens für ein Dach über dem Kopf ausgeben muss, ist ebenso keine Seltenheit. Doch durch Kurzarbeit und zunehmende Arbeitslosigkeit rückt das Thema nachgerade in den Fokus.

Der Mieterverein München schätzt, dass in München bis zu 400 000 Haushalte Mietschulden anhäufen könnten. Klar, wenn vor Corona Mama und Papa Vollzeit gearbeitet haben, jetzt aber ein Elternteil arbeitslos, das andere in Kurzarbeit ist, wird es mit der Miete schwer. Da ist es gut, dass die Stadt helfen kann und auf die entsprechenden Hilfsangebote auch hinweist. Dass Sozialreferentin Dorothee Schiwy an die Vermieter appelliert, ist ebenso richtig. In der Krise müssen alle zusammenrücken!

Doch viel mehr wäre die Bundesregierung in der Pflicht. Sie hätte nicht nur die Miet-Amnestie verlängern müssen. Sie muss endlich Grundlagen schaffen, damit Bodenpreise gedeckelt werden, Mietwohnungsbau und mithin die Mieten in Metropolregionen günstiger werden. Das ist auch eine Schwäche im System. Nicht erst seit Corona.

Politik@ovb.net

Kommentare