Steuerfall DFB: Alles andere als ein seriöser Partner

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GÜNTER KLEIN

Ein Beruf, in dem man früh anfängt: Steuerfahnder. Sie rücken immer an mit dem Verdacht: Da könnte was sein.

Am Morgen kommt das Grauen, schon manche Karriere ist mit einem Klingeln an der Tür zerbröselt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kennt diese Besuche. Nicht zum ersten Mal geht es beim DFB um die Gesetzestreue in Geldfragen – im Wesentlichen übrigens eine Folge der Verstrickungen um die WM 2006, die nach wie vor eine Bedrohung für die Gemeinnützigkeit sind. Der Verband ist mittlerweile so sehr durchzogen von finanziellen Unsauberkeiten, dass er ja selbst schon Aufträge erteilt hat an Wirtschaftskanzleien und Detekteien. Ob dies aus dem Willen zur Selbstreinigung erfolgt oder um den Behörden zuvorzukommen, sei dahingestellt.

Wer die Zielpersonen der gestrigen Fahndung sind, ließ sich schon aus den Nennungen der Bundesländer erschließen, in denen Razzien erfolgten. In den Jahren, um die es geht, war Reinhard Grindel, der spätere Präsident, Schatzmeister. Doch auch aktuelle Funktionäre wie der Bayern-Fürst Dr. Rainer Koch scheinen involviert zu sein. Es muss nicht um persönliche Bereicherung gehen, auch im Dienste des DFB und im Gefühl, einer Allgemeinheit zu dienen, kann man Verfehlungen begehen.

Im sportlichen Bereich kann immer etwas misslingen, da lauert Unwägbarkeit. Geschäftlich seriös zu sein, liegt in der eigenen Hand. Der DFB scheitert daran seit Jahren.

Guenter.Klein@ovb.net

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