Meinung

Minister Aiwanger und die CSU: Große Töne und kleine Korrekturen

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  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Wer sich mit dem dicken Sumo-Ringer CSU ins Bett legt, muss aufpassen, nicht erdrückt zu werden. Hubert Aiwanger hat das selbst gesagt, 2018 auf dem sehr eiligen Weg in genau dieses Bett. Und er hat Recht behalten.

Seine Freien Wähler japsen und röcheln in dieser Koalition in einem Ausmaß, dass man sich Sorgen machen muss. Vor allem in der Corona-Politik: Pausenlos fordert Aiwanger Lockerungen. Mal mit Unfug wie der Prognose, eine zweite Welle werde eh nicht kommen. Mal aber auch mit guten, beachtenswerten Argumenten und Konzepten für eine Teil-Öffnung des Einzelhandels mit Maskenpflicht und Testangeboten.

Dabei stimmt nicht mal, dass Aiwanger jedes Mal abprallen würde an der CSU: Viele Detail-Vorschläge der FW finden sich ein bis drei Wochen später in der Regierungspolitik wieder. Häufig ist aber der Ablauf, dass Aiwanger vorab große Töne spuckt und im Kabinett brav für Söders Linie stimmt.

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Zwei Partner, zwei Richtungen: Das ist der Eindruck der einst gemeinsam bürgerlichen Regierung. Für Söder undramatisch, der verkündet notfalls auch ihm aufgezwungene Lockerungen wie bei der Ausgangssperre als eigenen, inbrünstigen Wunsch. Doch Aiwanger dürfte am Bettrand langsam ins Grübeln kommen: Was hält ihn in einer Koalition, mit deren Arbeit er so viel hadert und deren Politik die drei FW-Minister bisher wenig prägen?

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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