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Meinung

Militäroffensive in Äthiopien: Afrikas entzauberter Hoffnungsträger

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  • Klaus Rimpel
    VonKlaus Rimpel
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Abiy Ahmed war ein Hoffnungsträger. Nicht nur für sein Land Äthiopien, das in den letzten Jahren einen für ganz Afrika ermutigenden wirtschaftlichen Aufschwung hinlegte.

Der äthiopische Präsident schloss mit dem einstigen Erzfeind Eritrea Frieden, er ließ politische Gefangene frei und ermöglichte mehr Pressefreiheit. Abiy Ahmed wurde so zur Lichtgestalt all jener, die an ein freies, demokratisches und ökonomisch aufstrebendes Afrika glauben. Doch die Hoffnung wurde bitter enttäuscht.

Denn der Friedensnobelpreisträger hat einen Bürgerkrieg gegen das einst das Land beherrschende Volk der Tigray losgetreten, der Äthiopien auf Dauer destabilisieren wird. Auch wenn die Regierungstruppen nun erklären, die Militäroffensive sei siegreich beendet: Die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) wird ihren Kampf als Guerilla-Krieg fortsetzen. Wenn es dem Präsidenten nicht gelingt, der Bevölkerung von Tigray das Gefühl zu nehmen, in seinem neuen Äthiopien an den Rand gedrängt zu sein, wird es keinen Frieden geben.

Ein entmutigender Aspekt dieses Konfliktes ist, dass sich bei uns in Europa niemand dafür interessiert. Das liegt zum einen daran, dass es gelungen ist, Journalisten aus dem Kriegsgebiet zu verdrängen. Es war ein Krieg ohne Bilder – und deshalb schaffte er es nicht in unsere Wohnzimmer. Zum anderen aber liegt es daran, dass unsere Politik sich immer noch viel zu wenig für Afrika interessiert. Ein Fehler, wie sich spätestens bei der nächsten Flüchtlingswelle zeigen wird.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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