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Meinung

Afghanistan und der Truppenabzug: Demonstration der Macht

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Marc Beyer
  • VonMarc Beyer
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Applaus ist immer dann verdächtig, wenn er aus der falschen Richtung kommt. Aus dem Mund eines Taliban-Sprechers zum Beispiel, der den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan als „lobenswert“ bezeichnet. Seine Botschaft, dass das Land ohne die Anwesenheit fremder Soldaten künftig in Frieden leben könne, ist eine zynische Umdeutung der tatsächlichen Verhältnisse.

In Wahrheit zeigt sich jeden Tag, wie fern die Afghanen dem Frieden sind. Die Taliban könnten auch einfach still halten und ihren Machthunger zügeln, bis alle ausländischen Truppen abgezogen sind, doch offensichtlich ist das keine Option. Die Anschläge reißen nicht ab, und noch ist nicht abzusehen, ob die Fundamentalisten den Abzugstermin als Bruch des Abkommens mit der Trump-Regierung interpretieren, die alle Soldaten bis 1. Mai hatte heimholen wollen. In der kruden Logik der Taliban wäre das eine Rechtfertigung für noch mehr Gewalt.

Die brutale Demonstration ihrer Macht, der die Regierung wenig entgegen zu setzen hat, ist ein Vorgeschmack darauf, wie viel Leid das Land wird ertragen müssen, wenn sich die Taliban endgültig von allen Fesseln befreit fühlen. Es scheint nur eine Frage der Zeit, ehe sie versuchen werden, alle Macht an sich zu reißen. Zur Ruhe kommen wird das Land so schnell nicht. Schon gar nicht nach dem vollständigen Truppenabzug.

Marc.Beyer@ovb.net

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