Ärger ums Deutsche Museum Der Landtag muss einschreiten

Ärger ums Deutsche Museum. Der Landtag muss einschreiten .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Auf das Deutsche Museum, seine faszinierenden Sammlungen und die Besucherrekorde sollte München, Bayern, Deutschland stolz sein. Staatliche Gelder sind in dieses einzigartige Museum sinnvoll investiert. Umso finsterer mutet der Umgang mit der Kostenexplosion bei der Sanierung an. Die Öffentlichkeit, vielleicht auch das Parlament, wurde über hohe Mehrkosten getäuscht. Jetzt, nach den Wahlterminen, folgt der Erpressungsversuch, ohne frisches Staatsgeld bleibe der Umbau halt eine Teilruine. Diese Dreistigkeit – es geht um weit über eine halbe Milliarde Euro Steuergeld – macht fassungslos.

Noch ist nicht klar, mit wessen Wissen das Täuschungsmanöver ablief. Staunen darf man sicher über Museumsdirektor Heckl, der sich sonst sehr gern und sehr häufig in Print, Funk und Fernsehen wiederfindet, der aber 2017/ 18 irgendwie vergessen haben muss, die Öffentlichkeit über den gesprengten Kostenrahmen zu informieren. Denn, ja, die Steuerzahler haben als Hauptfinanzier das Recht, auch bei einem nichtstaatlichen Bau von einer Kostenexplosion zu erfahren, die aus externen Faktoren, aber auch aus internen Fehlern resultiert. Heckl (der für das Museum viel Gutes bewirkt hat) wird nicht der einzige Beteiligte gewesen sein. Der Landtag sollte diese Vorgänge selbstbewusst aufarbeiten und Konsequenzen ziehen, ehe er über Mehrausgaben entscheidet.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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