Die Ängste der Deutschen Sehnsucht nach Sicherheit

Die Ängste der Deutschen. Sehnsucht nach Sicherheit .

GEORG ANASTASIADIS

Einmal im Jahr schicken die Demoskopen des Allensbach-Instituts die Deutschen auf die Psychiatercouch, um deren geheimste Ängste aufzuspüren. Der aktuelle Befund ist eindeutig: Viel mehr als die Sorge um ihr privates Wohlbefinden treibt die Bundesbürger die unberechenbare Weltlage und die gefühlt wachsende Gewalt und gesellschaftliche Spaltung im eigenen Land um.

Alle Parteien, besonders aber die „Sicherheitsparteien“ CDU und CSU, sollten die Ergebnisse sehr genau studieren. An der Politik Donald Trumps, der viele Deutsche erschreckt, werden sie nichts ändern können. Sehr wohl aber sollten sie sich um die hausgemachten Sorgen kümmern. Auffällig ist die im Jahr 2016 sprunghaft angewachsene Angst vor Terror, Gewalt- und Einbruchskriminalität; sie geht Hand in Hand mit dem dramatischen Vertrauensverlust, den die C-Parteien zur selben Zeit hinnehmen mussten. Die Politik der offenen Grenzen und die daraus folgende gesellschaftliche Polarisierung hat das Sicherheitsgefühl der Bürger schwerer erschüttert, als die Regierenden es lange Zeit eingestehen wollten.

In dem Maße, in dem die Politik die Kontrolle über das Migrationsgeschehen zurückerlangt hat, sind auch die Ängste zuletzt wieder deutlich zurückgegangen. Zum Glück, denn Angst ist selten ein guter Ratgeber. Noch immer aber sagt jeder Dritte, dass er sich unsicherer fühlt als vor fünf Jahren. Bezeichnenderweise ist das Sicherheitsgefühl der Bayern besser als das aller anderen Bundesbürger. Es wird also nicht zum Schaden der CDU sein, wenn sie sich unter ihrer neuen Chefin künftig wieder mehr ihrer konservativeren Schwester CSU annähert. Deren neuer Chef nimmt sein Sicherheitsversprechen so ernst, dass ab sofort sogar die Bienen unter seinem ganz persönlichen Schutz stehen.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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