Abschied von Osram Verblichener Glanz einer Weltmarke

Abschied von Osram. Verblichener Glanz einer Weltmarke .

MARTIN PREM

Jedes Kind kennt den Namen. Im Fachhandel sind Lampen von Osram Teil des Standardsortiments. Ein gutes altes Münchner Traditionsunternehmen halt, möchte man meinen – und irrt. Denn was hier verkauft wird, hat mit Osram nur noch wenig zu tun. Hersteller der Lampen ist seit 2016 die Ex-Osram-Tochter Ledvance, die längst zu einem chinesischen Konzern gehört – der die deutschen Standorte weitgehend plattgemacht hat.

Was damals von Osram übrig blieb – mit Konzernzentrale im Skyline-Tower an der Autobahn von München nach Nürnberg – hat mit Endkunden wenig am Hut. Professionelle Beleuchtungslösungen für Großprojekte oder Sportstadien gehörten zum Repertoire, Irisscanner fürs Handy und eben Hightech-Lösungen für die scheinbar unendlich boomende Automobilindustrie. Doch ausgerechnet deren Erfolgssträhne endete jäh und zog mit der gesamten Zulieferindustrie auch Osram in den Strudel.

Die Tage als eigenständiges Unternehmen waren für Osram gezählt. In einer Übernahmeschlacht machte der österreichische Halbleiterhersteller AMS das Rennen. Er wird nach der gestrigen – wohl letzten – Hauptversammlung die Restaktionäre aus dem Unternehmen drängen und vom Geschäft nur behalten, was in sein Programm passt. Von der stolzen Firma Osram wird wie von Grundig, Saba, Becker und vielen anderen nur eine Verkaufsschiene bleiben, die versucht, vom verblichenen Glanz früherer deutscher Weltmarken zu profitieren.

Martin.Prem@ovb.net

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