Meinung

Das abgeschlossene Brexit-Abkommen ist besser als nichts

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Der Abschluss des Brexit-Abkommens sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Großbritannien und die EU ihr Verhältnis neu beleben müssen.

Das war knapp: In allerletzter Minute haben Großbritannien und die Europäische Union nun doch noch einen ungeordneten Brexit vermieden und sich auf ein Abkommen geeinigt. Die Verkündigung des Vertragsabschlusses an Heiligabend war eine schöne Bescherung, denn das von vielen befürchtete Chaos ist damit abgewendet. Vor allem die Wirtschaft atmet auf.

Auch in Bayern: Schließlich ist Großbritannien mit einem Handelsvolumen von 18,4 Milliarden Euro der achtwichtigste Handelspartner des Freistaates. Vor allem Autos und Maschinen Made in Bavaria werden von den Briten gern gekauft. Doch wie sich das Geschäft mit den neuen Regeln entwickeln wird, ist noch offen. Denn der Vertrag verhindert zwar Zölle, zwingt den Handel aber zurück in Konzepte mit viel Bürokratie und Grenzformalitäten. Die Lkw-Staus in Calais und Dover könnten damit auch nach Corona Alltag werden.

Wie stark dies den Handel bremst, wird von weiteren Verhandlungen abhängen. Und die Gefahr ist groß, dass der Deal ein ohnehin nicht ganz einfaches Verhältnis weiter entfremdet. Allein durch den Ausstieg der Briten aus dem europäischen Erasmus-Programm verlieren künftige akademische Generationen die Chance, sich kennen und (ein-)schätzen zu lernen. Trotzdem bleibt das Fazit: Der Deal ist besser als nichts – aber nur, wenn energisch an einem Neustart gearbeitet wird. Von beiden Seiten!

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