Die Bauern und der Ausnahme-Sommer

Vor allem in Nord- und Ostdeutschland machte der RekordSommer mit seiner Trockenheit der Landwirtschaft Probleme: Ein Bauer wirbelt bei der Aussaat jede Menge Staub auf. dpa

Zur Kolumne „Wie ich das sehe – Wirtschaftsfreiheit für die Bauern – statt Almosen“ (Bayernteil) und zum Thema Klimaerwärmung:

Ich kann Herrn Ippen nur zustimmen. In Zeiten, in denen bald wöchentlich in den Tagesthemen beim Kommentar über die Landwirtschaft hergezogen wird und Medien von Flensburg bis Füssen meinen, dass die Landwirtschaft Hauptverursacher der klimaschädlichen Gase ist, muss man sich schon fast wundern, so etwas lesen zu dürfen. Herr Ippen hat recht, dass die Verteilung der staatlichen Hilfe sicherlich nicht einfach wird. Aber vor allem in Norddeutschland, wo die Bauern im letzten Herbst aufgrund der Nässe ihre Ernte schon nicht einbringen konnten, herrscht große Not und wer verhindern will, dass noch mehr bäuerliche Betriebe aufgeben, kann nicht gegen solche Hilfen sein. Gerne würden wir für solche Jahre selber besser vorsorgen, aber eine steuerfreie Risikoausgleichszulage wird uns seit vielen Jahren von der Politik verwehrt. Man kann diesen Sommer so beschreiben, dass zu wenig Nass vom Himmel fiel, aber es uns Bauern vonseiten der Grünen, „Umwelt-NGOs“ und vieler Medien nass rein ging. Die, die uns kritisieren, erreichen genau das Gegenteil. Die Lust, Landwirtschaft als Ausbildungsberuf zu ergreifen sinkt und dadurch werden die Betriebe immer größer. Will die Bevölkerung das? Wenn ein Bauer tüchtig ist, wie Herr Ippen schreibt, dann kann er auch in diesen Zeiten von der Landwirtschaft leben. Ich kann für mich sprechen, dass nicht die Preissituation das Problem ist, sondern die Auflagen, die jährlich mehr werden, die sich aber preislich nicht umsetzen lassen, weil Deutschland keine Insel ist. Auch verstehe ich nicht, warum wir mit einem Acht-Prozent-Anteil am Ausstoß klimaschädlicher Gase seit Wochen als Hauptverursacher genannt werden, obwohl wir in den letzten 20 Jahren diesen Ausstoß um 20 Prozent reduziert haben. Ich frage mich, wie viel Reduktion die Luftfahrt in dieser Zeit geschafft hat? Oder der Straßenverkehr? Oder unsere Braunkohlekraftwerke?

Gerhard Langreiter Oberneukirchen

Ich muss meinen Ärger mal herauslassen: Die Bauern warten dringend auf Regen. Die Politiker lassen sich Zeit, zu überlegen, ob man helfen wird. Aber bei den Diäten wird von heute auf morgen entschieden zu zahlen.

Christa Wanger Rosenheim

Die Erderwärmung ist Fakt. Aber dass die heißen Sommer mit Klimaerwärmung zu tun haben, glaube ich absolut nicht. Das Jahr 1947 war genauso heiß und noch trockener. War das auch schon die Klimaerwärmung und wir wussten es nur nicht? Auch damals mussten viele Bauern einen Teil des Viehbestandes zum Schlachter bringen oder mit Stroh und Daxen durch den Winter hungern. Die Bauern 1947 wären sicher glücklich gewesen, hätten sie nur eine billige Staatsanleihe bekommen, die bei einer guten Ernte wieder zurückbezahlt hätte werden müssen. Mein Vater hatte eine Mini-Landwirtschaft mit drei Kühen und da musste er noch eine abgeben. Ich als Bub mit zwölf Jahren musste die restlichen zwei jeden Nachmittag auf die Weide bringen. Die bissen dann noch das letzte Grün aus dem Boden. Zwischen 1947 und 2018 hatten wir auch verregnete und kalte Sommer. Alles Klimawandel?

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