Vom Sparschwein zum Konto

Wie Kinder den Umgang mit Geld lernen

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Wenn Kinder Taschengeld bekommen, können sie lernen, wie viel sie sich für ihr Geld kaufen können. Foto: Patrick Seeger/dpa/dpa-tmn
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Wenn Kinder Taschengeld bekommen, können sie lernen, wie viel sie sich für ihr Geld kaufen können. Foto: Patrick Seeger/dpa/dpa-tmn

Geld gehört zum Alltag. Wer von klein auf lernt, damit umzugehen, hat die Chance, als Erwachsener seine Finanzen souverän im Griff zu haben. Wie Eltern ihre Kinder in Sachen Finanzen fitmachen können.

München (dpa/tmn) - Je früher sie mit Geld umgehen können, desto besser. Denn schon für Kinder lauern finanzielle Risiken. Damit sie nicht in Schuldenfallen geraten, sollte bereits im Vorschulalter der Umgang mit Geld Thema sein. Der richtige Ort dafür: die Familie.

Bereits den ganz Kleinen hilft es, wenn Eltern ihnen die Zusammenhänge erklären. "Das geht etwa spielerisch mit einem Kaufmannsladen im Kinderzimmer", sagt Marc Urlen vom Deutschen Jugendinstitut in München. Milch, Brot, Obst & Co. gibt es nur gegen Bares - in Form von (Spiel-)Geld. Wer keins hat, kann nichts kaufen.

Offen über Geld sprechen

Wie erklärt man den Kindern, die Bedeutung von Geld? Hier können Bezüge zur Lebenswelt der Kinder sein: Mama und Papa gehen arbeiten und bekommen dafür als Gegenleistung einen bestimmten Betrag aufs Konto. Davon bezahlen sie Miete, Lebensmittel und vieles mehr.

Steht eine größere Anschaffung an, etwa ein neues Auto, sollten Eltern dies gegenüber ihren Kindern kommunizieren und etwa sagen, "wir schränken uns gerade ein bisschen ein mit dem Geldausgeben und sparen für dieses oder jenes", sagt Urlen. Aus seiner Sicht sollten Eltern mit ihren Kindern offen über Geld sprechen.

Taschengeld vermittelt den Wert

"Am einfachsten lernen Kindern den Umgang mit Geld mit einem regelmäßig ausgezahlten Taschengeld", erklärt Juliane Weiß vom Bundesverband deutscher Banken. Die Höhe des Taschengeldes hängt vom jeweiligen Alter ab. Nach Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts sollten es für unter Sechsjährige 50 Cent bis einen Euro pro Woche sein, im Grundschulalter ein bis drei Euro pro Woche und für Zehnjährige bis zu 18 Euro im Monat.

Wichtig dabei ist: Die Kinder entscheiden selbst, für was sie ihr Taschengeld ausgeben - ob es nun Süßigkeiten, das Lieblingseis oder etwa ein Heft mit Pferdebildern ist. "Die Kinder lernen dabei aus eigener Erfahrung, dass sie sich eine größere Sache nur leisten können, wenn sie vorher ihr Geld nicht schon ausgegeben haben."

Sparschwein sorgt für Überblick

In vielen Fällen ist erst einmal Sparen angesagt. Dabei hilft ganz klassisch das Sparschwein. "Gerade für jüngere Kinder ist die Spardose der richtige Ort um das Taschengeld zu verwahren", erklärt Weiß. So behält das Kind den Überblick, wie viel Geld noch übrig ist.

Ab einem Alter von zwölf Jahren bietet sich laut Weiß ein Taschengeldkonto für das Kind bei einem Geldinstitut an. Eltern können das monatliche Taschengeld per Dauerauftrag auf das Kinderkonto überweisen. "So lernen junge Menschen den Umgang mit Konto und Karte", sagt Weiß.

Nicht übersehen werden sollte: Das Konto beziehungsweise das Geld auf dem Konto gehört dem Kind, die Eltern bleiben jedoch bis zur Volljährigkeit verfügungsbefugt und legen im Einzelnen fest, in welchem Rahmen ihr Kind über das Geld verfügen darf. Es läuft zudem auf Guthabenbasis. "Das heißt, wenn das Konto nicht gedeckt ist, kommt der Nachwuchs auch nicht an Geld", so Weiß.

Über finanzielle Risiken reden

Im Zusammenhang mit Gelddingen müssen Eltern ihren Kindern aber auch klarmachen, dass im Internet finanzielle Risiken lauern. Dort wimmelt es nur so von sogenannten "Free-to-play-Apps" - angeblich kostenlos, aber oft mit versteckten Kosten verbunden. "Da werden die geschäftliche Unerfahrenheit und der Spieltrieb von Kindern zum Teil schamlos ausgenutzt", kritisiert Urlen.

Bei allem gilt: Wichtig ist, was die Eltern ihrem Nachwuchs vorleben. Wie gehen Mutter und Vater zu Hause mit den Finanzen um, wie souverän haben sie ihre Finanzen im Griff? Denn: "Der Nachwuchs lernt zweifelsohne viel durch Nachahmen", so Urlen.

© dpa-infocom, dpa:200707-99-705430/3

Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts

Publikation für Jugendliche der Bundesbank

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