Urlaub trotz Corona

Sind Klimaanlagen in Flugzeugen in Wahrheit Virenschleudern? Airbus-Ingenieur spricht Klartext 

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Klimaanlagen in Flugzeugen haben oft einen schlechten Ruf.

Sollten Flugreisen wieder möglich sein, werden sich einige Menschen möglicherweise fragen: Birgt Fliegen in Zeiten der Corona-Pandemie ein besonders hohes Infektionsrisiko?

  • Aufgrund zahlreicher Lockerungen sind auch Flugreisen nicht mehr in allzu weiter Ferne.
  • In Flugkabinen befinden sich Passagiere aber für längere Zeit auf engstem Raum.
  • Viele machen sich dabei Gedanken um die Klimaanlagen: Verbreiten diese Viren zusätzlich?

In Flugzeugen befinden sich Menschen auf längere Zeit gemeinsam in einem geschlossenen Raum. Eine Situation, die laut Experten in Corona-Zeiten eigentlich vermieden werden sollte. Trägt die Klimaanlage* dazu bei, dass sich Viren stärker verbreiten? Der Airbus-Chef-Ingenieur Jean-Brice Dumont erklärt die Fakten.

Virenschleuder im Flugzeug? Klimaanlage sorgt für Luftbedingungen wie im Krankenhaus

Nach Angaben des Flugzeugherstellers Airbus sorgt ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem in Passagiermaschinen für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord. Es sorgt dafür, dass die Luft in der Kabine alle zwei bis drei Minuten erneuert wird und der Qualität in einem Krankenhaus entspricht. "Die Luft im Flugzeug ist bei der Landung sauberer als nach dem Schließen der Türen beim Start", sagt Airbus-Chef-Ingenieur Jean-Brice Dumont.

Die Luft im Flugzeug, eine Mischung aus Außenluft und recycelter Kabinenluft, wird in der Klimaanlage durch Hochleistungsfilter geleitet. Dabei werden Mikroteilchen abgeschieden: Partikel wie das Coronavirus können nach Angaben von Airbus mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,97 Prozent aus der Luft entfernt werden. Hinzu kommt, dass die Luft in der Kabine permanent von der Decke herabströmt und am Boden wieder abgesaugt wird. So gibt es weder seitwärts noch in Längsrichtung einen horizontalen Luftstrom, der Viren "herumschleudern" könnte.

Die Luft in 10.000 Metern Flughöhe ist sehr trocken, mit minus 50 Grad Celsius sehr kalt und enthält kaum Sauerstoff. Der Luftdruck ist sehr niedrig. In der Passagierkabine eines Flugzeugs hingegen herrschen Luftverhältnisse, die den Bedürfnissen des Menschen hinsichtlich Temperatur, Druck, Sauerstoffgehalt, Feuchtigkeit und Qualität entsprechen müssen. Klimaanlagen sind Teil eines Systems, das diese Bedingungen herstellt und kontrolliert.

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Coronavirus-Ausbreitung im Flugzeug: Infektion über direkten Kontakt immer noch möglich

Eine Infektion durch Anhusten oder direkten Kontakt ist allerdings auch im Flugzeug möglich - gerade wenn Menschen eng beieinander sitzen und aus aller Welt zusammenkommen. "Es ist notwendig, dass die Passagiere auch im Flugzeug Masken tragen* und alle Hygienemaßnahmen beachten", erklärt Dumont. Vom Betreten des Flughafens bis zur Ankunft gebe es mitunter ein engmaschiges Sicherheitsnetz - von Maskenpflicht bis zur Händedesinfektion.

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