Teil drei der Reihe

"Metro Exodus": Der postapokalyptische Shooter im Test

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"Metro Exodus" im Test: So gut ist Teil drei der postapokalyptischen Shooter-Reihe.

Endlich dürfen wir in eine Welt zurückkehren, die von einem Atomkrieg verheert worden ist. Diese Thematik klingt erst mal makaber, beschert uns aber eines der bislang besten Games des noch jungen Spiele-Jahres 2019.

Knapp sechs Jahre nach dem letzten Metro-Teil „Last Light“ erzählt das ukrainische Entwicklerstudio 4A Games in „Metro Exodus“ die Geschichte des Protagonisten Artjom weiter. Der verbrachte bisher - wie die meisten anderen Überlebenden auch - die meiste Zeit seines entbehrungsreichen Lebens in den Metro-Schächten unterhalb des wenig lebensfreundlichen Moskaus. Nur sehr selten wagt er sich für Erkundungszüge an die Oberflächen der russischen Stadt. In diesem Metro-Teil verbringt man allerdings nicht sehr viel Zeit in Moskau. Gleich zu Beginn des Spiel erfährt man, dass die Überlebenden hinters Licht geführt wurden: Der Funkverkehr wurde künstlich abgeriegelt. Moskau ist nicht die einzige Stadt, die den Atomkrieg überlebt hat. Was natürlich bedeutet: Endlich kommt Artjom mal raus!

Um die Stadt zu verlassen, reißt Artjom sich kurzerhand eine Dampflokomotive unter den Nagel, die er später auf den Namen „Aurora“ tauft. Was „Morgenröte“ bedeutet und einen Neuanfang symbolisiert.   

Letztlich ist aber nicht der Weg das Ziel: Artjom, seine Frau Anna und seine Mitstreiter wollen einen Ort finden, an dem sie auf Dauer überleben können. Im Vergleich zu den ersten beiden „Metro“-Teilen werden die Schauplätze deutlich vielfältiger. So geht es unter anderem in die Wüste am kaspischen Meer, ins Uralgebirge oder an die Wolga. Wer sich für die wunderschöne Weite der russischen Landschaften begeistern kann, kommt in „Metro Exodus“ definitiv auf seine Kosten. Von verfallenen Städten über Eis- und Sandwüsten bis hin zu riesigen Waldgebieten ist alles dabei!

Die Spielwelten sind deutlich offener gestaltet, als in den bisherigen „Metro“-Teilen, die eher mit Schlauchboot-Levels aufwarteten. Das Level-Design bietet einem große Freiheiten, aber nicht unbedingt viele Momente, in denen man sich ausruhen kann.

Was auch auffällt: In „Metro Exodus“ geht es weniger um die übernatürlichen Aspekte der postapokalyptischen Welt, sondern vor allem um die menschlichen Aspekte: Um Menschen, die alle Widrigkeiten auf sich nehmen, um eine neue und sichere Heimat zu finden.

In den Landstrichen wimmelt es nur so von tödlichen Mutanten und Menschen, die einem die meisten nicht wirklich freundlich gesonnen sind. Desöfteren muss Artjom seine Gefährten aus der Hand von Bandidten befreien. Und die Mutanten tarnen sich derart geschickt, dass man sie oft erst im letzten Moment bemerkt. Das hat die postapokalyptische Evolution ja wirklich toll hingekriegt!

Oftmals muss man wieder durch unterirdische Bunker-Anlagen marschieren, die für die „Metro“-Reihe eigentlich charakteristisch sind. Dann gilt es, sich mit äußerster Vorsicht zu bewegen. Dank der sensationell guten Licht- und Schatten-Effekte springt einem plötzlich ein Mutant vor die Knarre. Das sorgt für den einen oder anderen „Jump Scare“-moment.

Grafik und Sound sind in „Metro Exodus“ Extraklasse! Die Spielwelten sehen sensationell gut aus. Die Soundeffekte verstärken das Horror-Feeling ungemein.

Metro Exodus: Launch Trailer

 

4A Games , das für PlayStation 4, Xbox One und Windows erschienen ist, verweigert sich dem Trend des Shooter-Genres: Immer schneller, immer rasanter, immer mehr Tempo. „Metro Exodus“ geht genau den entgegengesetzten Weg. Hier wird der Spieler zuweilen gezwungen, sich Zeit zu nehmen. Mit „Run and Gun“ wie im Call-of-Duty-Multiplayer kommt man stellenwiese nicht weit. Und genau macht das Spiel auch so erfrischend anders. 

Dennoch ist „Metro Exodus“ nicht nur eine Entschleunigung des Shooter-Genres. Man kann sowohl als Rambo durch Russland ballern, als auch im Stealth-Modus an Feinden vorbeigleiten und sie schlimmstenfalls bewusstlos schlagen.  

Auch wenn „Metro Exodus“ immer noch ein Ego-Shooter ist, stehen einem nur eingeschränkt Munition, Heilmittel oder Filter für die Atemschutzmaske zur Verfügung. So muss man die Hauptmission zuweilen außen vor lassen, um in Feindeslagern oder in der Ödnis nach Ressourcen zu suchen.

Grundsätzlich gibt es unglaublich viel zu entdecken. Vor allem neue Waffen, Upgrades, und Rüstungsverbesserungen. Mit verschiedenen Materialien bastelt man Munition, Granaten, Messer oder Medipacks unterwegs selbst zusammen. Die Waffen kann man nach und nach verbessern oder an die jeweiligen Situationen anpassen: So entwickelt man aus einer simplen Schrotflinte nach und nach eine Super-Knarre.

Das Vorgehen und die Entscheidungen Artjoms wirken sich auf die weitere Geschichte aus. „Metro Exodus“ bietet mehrere mögliche Enden. Ob man friedfertige NPCs tötet oder Personen in Not hilft, führt zu ganz verschiedenen Enden der Story. 

Mit „Metro Exodus“ haben die Entwickler das ganze Potentialn dieser Shooter-Reihe zur Vollendung gebracht. Bislang der beste Shooter des Jahres 2019. 

„Metro Exodus“ ist für PS4, Xbox One und PC erschienen. Altersfreigabe: ab 18 Jahren, Preis: circa 60 Euro

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