Neue Droge

Immer weniger Menschen rauchen - Jugendliche greifen zu dieser Ersatzdroge

Ein Jugendlicher raucht eine Zigarette
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Rauchen auf dem Schulhof ist untersagt - einige tun es heimlich. Doch lange nicht mehr so viele wie früher.
  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Auch mit dem Rauchverbot in Gaststätten, das 2007 in Kraft trat, ging der Absatz von Zigaretten bis heute immer weiter zurück. Doch vor allem bei Jugendlichen verlagert sich das Problem.

  • Nicht nur unter Erwachsenen, auch unter Jugendlichen gibt es immer weniger Raucher.
  • Wo es 2001 noch 27,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen waren, die regelmäßig zum Glimmstängel griffen, sind es 2018 nur noch 6,6 Prozent. 2019 sank der Wert auf ein Rekordtief von 5,6 Prozent.
  • Doch junge Menschen greifen stattdessen häufiger zu einer anderen Droge, wie eine Umfrage zeigt.

Viele erinnern sich: Früher galt es für viele als cool, heimlich zu rauchen. Ob in dunklen Ecken auf dem Schulhof, im Zeltlager oder im Jugendzimmer: Vielerorts wurde hinter dem Rücken der Eltern und Lehrer gepafft - auch wenn es eigentlich gar nicht wirklich geschmeckt hat. Nicht wenige blieben dabei - und entwickelten eine Nikotinabhängigkeit. Doch die Zahlen sinken seit Jahren: Immer weniger Menschen rauchen - nicht nur ihrer Gesundheit, sondern auch dem Geldbeutel zuliebe. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlichte aktuell Umfrage-Ergebnisse, die belegen: Immer weniger Jugendliche rauchen und trinken Alkohol*, dafür greifen sie vermehrt zu einer anderen Droge.

Junge Erwachsene rauchen zwar seltener - greifen aber gerne zu diesen drei anderen Suchtmitteln

Im Rahmen der BZgA-Repräsentativbefragung „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019" wurde deutlich: Rauchen und Alkohol trinken verlieren immer mehr an Reiz. Dagegen wächst die Zahl der Jugendlichen, die regelmäßig zu Cannabis greifen. Prof. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, in der Pressemitteilung zum Thema: „Die neuen Daten zum Substanzkonsum junger Menschen zeigen insgesamt positive Entwicklungen. Der Anteil Jugendlicher zwischen 12 und 17 Jahren, die rauchen, ist mit 5,6 Prozent auf einem neuen, historisch niedrigen Stand – ebenso rauchen mit 21,2 Prozent der 18- bis 25-Jährigen so wenige wie nie zuvor seit Beginn der BZgA-Befragungsreihe.

Genau beobachten müssen wir die Entwicklung des Konsums von E-Produkten und Wasserpfeife, auch wenn aktuell keine weiteren Konsumanstiege zu verzeichnen sind. Besorgniserregend ist, dass nach wie vor insgesamt zu viele junge Menschen bis zum Alkoholrausch trinken. Das ist insbesondere im Jugendalter gefährlich. Hier ist verstärktes gemeinsames Präventionsengagement erforderlich. Beim Konsum von Cannabis ist erneut ein Anstieg zu beobachten. Das sehen wir mit Sorge. Cannabis ist die mit Abstand am meisten konsumierte illegale Substanz. Dies ist besonders bedenklich, da der Konsum im Jugendalter mit besonderen Risiken für den wachsenden Organismus verbunden ist.“

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Doch es gibt auch erfreuliche Zahlen: 45,9 Prozent der 18- bis 25-Jährigen haben der Umfrage zufolge noch nie geraucht. Damit liegt die Nieraucherquote auf dem höchsten Stand seit Start der Befragung 1973. Noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken haben 36,9 Prozent der 12- bis 17-jährigen Befragten, ebenfalls ein hoher Wert, der auch auf das gewachsene Gesundheitsbewusstsein von jungen Menschen zurückzuführen ist.

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Lösen Joints die Zigarette ab?

In Hinblick auf Cannabiskonsum beobachtet die BZgA einen beunruhigenden Trend: So hätten der Umfrage zufolge in den letzten Jahren ganze 10,4 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 46,4 Prozent der 18- bis 25-Jährigen schon einmal Cannabis ausprobiert. In Hinblick auf E-Zigarette und Wasserpfeife (Shisha) sei die Zahl der Konsumenten zwar nicht gestiegen, aber dennoch heißt es in der Veröffentlichung: „Genau beobachten müssen wir die Entwicklung des Konsums von E-Produkten und Wasserpfeife". E-Zigaretten etwa stehen in Verdacht, krebserregende Wirkung im Körper zu entfalten und auch Herzkreislauferkrankungen zu fördern. (jg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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