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Biomarker geben Aufschluss

Krebs früher erkennen: Nachweis von verändertem Zucker im Blut und Urin soll Diagnostik erleichtern

  • Natalie Hull-Deichsel
    VonNatalie Hull-Deichsel
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Durch eine einfache Untersuchung von Blut und Urin soll Krebs frühzeitig erkannt werden. Forscher entdecken bestimmte Zuckermoleküle, die für die Diagnostik relevant sind.

Schwedische Forscher der Chalmers University of Technology in Göteborg konnten unter der Leitung von Dr. Francesco Gatto eine neuartige und verhältnismäßig einfache Methode zur Früherkennung von 14 Krebsarten entwickeln, wie Spektrum berichtet. Dies könnte einen Durchbruch für die Diagnostik von Erkrankungen wie Brustkrebs, Eierstockkrebs, Prostatakrebs und Nierenkrebs bedeuten. Die Wissenschaftler wurden in ihren Studien auf spezifische Zuckermoleküle, sogenannte Glycosaminoglycane (GAGs), aufmerksam, die sowohl auf gesunden als auch auf Krebszellen zu finden sind. Was auffiel: Die Zuckermoleküle verändern ihre Struktur, sobald sie auf einer entarteten Zelle sitzen. Dies ist im Blut und Urin nachweisbar. Was bedeutet das nun für Krebspatienten?

Krebs besser erkennen: Nachweis von verändertem Zucker im Blut und Urin soll Diagnostik erleichtern

Krebs könnte anhand von bestimmtem Zucker im Blut oder Urin früher erkannt werden. (Symbolbild)

Die Studienergebnisse der schwedischen Krebsforscher wurden in der Fachzeitschrift „PNAS“ vorgestellt und erregen auch bei deutschen Wissenschaftlern Aufmerksamkeit. Es sei sehr spannend, Zuckerverbindungen als Nachweismethode für Krebserkrankungen nutzen zu können, so Dr. Almut Schulze vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Bei der Untersuchung im Rahmen der Studie, an der insgesamt 1260 Gesunde sowie Krebskranke teilnahmen, wurden jeweils das Blut und der Urin als sogenannte Flüssigbiopsie auf bestimmte Biomarker untersucht. Der Vorteil: Bei dieser Methode müssen im Unterschied zur herkömmlichen Biopsie keine Gewebeproben entnommen und analysiert werden. Gerade bei Krebsarten wie Gehirn- und Lungentumore eine große Chance in der Diagnostik, da hier eine Nadelbiopsie zu riskant ist.

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Die Wissenschaftler konnten immerhin bei 41,6 Prozent der Fälle Krebsstadien der Phase 1 allein anhand der Blutprobe bestimmen. Nach einer zusätzlichen Urinprobe stieg die Sensitivität der Testergebnisse auf 62,3 Prozent. Sechs von zehn Krebspatienten konnten korrekt diagnostiziert werden, bei vier Erkrankten brachte die Flüssigkeitsbiopsie mit Blut und Urin kein Ergebnis.

Früherkennung könnte bei 14 Krebs-Erkrankungen möglich werden

Bei den Studien konzentrierte man sich auf die Früherkennung folgender 14 Krebsarten:

  • Brustkrebs
  • Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Eierstockkrebs
  • Blasenkrebs
  • Nierenkrebs
  • Chronische lymphatische Leukämie (CLL)
  • Darmkrebs
  • Diffuses intrinsisches Ponsgliom (Gehirntumor)
  • Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom
  • Kopf-Hals-Tumor
  • Lungenkrebs
  • Prostatakrebs
  • Endokrine und neuroendokrine Tumore

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Krebs erkennen: Ergebnisse der Gewebebiopsie sind bisher für Diagnostik und Patienten sicherer

Die Studienautoren betonen zwar, dass die Analyse der Zuckermoleküle im Blut und Urin eine einfache, kostengünstige Testmethode sei, die sich gut zur Diagnostik zahlreicher Patienten eignen könnte, so Spektrum weiter. Dennoch würde es noch weitere Tests benötigen, bevor man diese Methode in der Krebsdiagnostik regelhaft anwenden könne. Die Diagnostik anhand der Gewebebiopsie sei bisher verlässlicher. Denn chronische Erkrankungen könnten das Ergebnis einer Flüssigbiopsie mit Blut und Urin beeinflussen. Übergewicht, hoher Blutdruck sowie Zucker- und Fettstoffwechselstörungen wie Diabetes würden die Struktur der Zuckermoleküle (GAGs) ebenfalls verändern. Die Konsequenz wäre im schlimmsten Fall, dass Patienten durch einen falschen positiven Test aus der Blut- und Urin-Biopsie unnötig verunsichert würden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Vladimir Smirnov/Imago

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