Rheinische Küche

Ein Klassiker-Gericht stirbt aus – Würden Sie Sauerbraten vom Pferd essen?

Rheinischer Sauerbraten schmeckt mit Rotkohl und Knödeln.
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Rheinischer Sauerbraten schmeckt mit Rotkohl und Knödeln.
  • Maria Dirschauer
    vonMaria Dirschauer
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Sauerbraten ist ein deutscher Klassiker. Doch das rheinische Original-Rezept wird kaum noch gekocht. Wo Sie das Gericht noch essen können, erfahren Sie hier.

Die deutsche Hausmannskost gilt als sehr deftig und fleischlastig. Auf das traditionelle Gericht Sauerbraten* trifft das durchaus zu. Die Zubereitung ist regional sehr vielfältig: So gibt es zum Beispiel Rezepte nach fränkischer, sächsischer oder rheinischer Art.

Das rheinische Original-Rezept sticht durch einen großen Unterschied hervor: Der rheinische Sauerbraten wird traditionell nämlich mit Pferdefleisch zubereitet. Hätten Sie‘s gewusst? Heutzutage wird stattdessen aber häufig Rindfleisch verwendet, seltener auch Schweinefleisch, Wild oder Kaninchen. Nur noch in wenigen Lokalen in Köln und Umgebung wird Pferde-Sauerbraten angeboten.

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Das Geheimnis des rheinischen Sauerbratens mit Pferdefleisch

Sauerbraten ist ein traditionelles Schmorgericht. Das Besondere: Das Fleisch wird für mindestens vier Tage, manchmal sogar bis zu einer Woche, in einer sauren Marinade eingelegt – deshalb auch Sauerbraten. Diese Marinade besteht aus einem Wein-Essig-Sud, häufig mit Gemüse wie Sellerie, Zwiebeln und Karotten, sowie allerlei Kräuter und Gewürze. Nach dieser Beiz-Zeit wird das Fleisch scharf angebraten und eine leckere dunkle Sauce mit den entstandenen Röstaromen kreiert. Klassisch angerichtet wird Sauerbraten mit Knödeln und Rotkohl.

Wer den Sauerbraten erfunden hat, lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Ebenso bleibt die Frage ungeklärt, ob die saure Marinade zur Konservierung des Fleisches dienen sollte oder den Geschmack des Fleisches überdecken sollte. Tatsache ist, dass Fleisch jeder Art durch die tagelange Beize besonders weich wird.

Verteidiger der Pferdefleisch-Verwendung zählen als Gründe zum Beispiel an, dass Pferde nicht zum Schlachten gezüchtet werden, somit kommt das Fleisch von „glücklichen Tieren“ und hat meistens Bio-Qualität. Außerdem ist Pferdefleisch kalorienärmer und hat weniger Fett als etwa Rind oder Schwein. Für wahre Pferde-Liebhaber wird die rheinische Sauerbraten-Variante vermutlich dennoch nichts sein.

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Deshalb stirbt das Original-Rezept für rheinischen Sauerbraten aus

Die Original-Variante mit Pferd ist inzwischen vielerorts von den Speisekarten verschwunden. Nur in Köln halten sich wacker einige Gaststätten, die nach wie vor den Sauerbraten aus Pferdefleisch zubereiten, wie Express meldet. Die Wirte berichten, dass sogar Gäste von weit her angereist kämen, nur um den Original-Sauerbraten zu genießen.

Dennoch: Die allgemeine Nachfrage nach Pferdefleisch sinkt seit Jahren. Deshalb gibt es auch kaum noch Pferdemetzger. In Köln gab es vor 30 Jahren noch vier, heute keinen einzigen Pferdemetzger mehr, wie Express berichtet. Das macht es für die Gaststätten natürlich umso schwerer, an das Fleisch für den Original-Sauerbraten zu kommen. (mad) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Vor dem Essen waschen? Bei diesen Lebensmitteln auf keinen Fall!

Auf rohem Hähnchenfleisch findet sich häufig das Bakterium Campylobacter, das im schlimmsten Fall zu Durchfall, Fieber und Übelkeit führen kann.
Auch auf rohem Fisch findet es sich. Wird das Fleisch gewaschen kann sich das Bakterium durch das Spritzwasser in der ganzen Küche verteilen.
Auch rotes Fleisch ist betroffen. Keime werden beim Braten ausreichend abgetötet. Sie können sich das Waschen also beruhigt sparen.
Aus Angst vor Salmonellen oder auch nur, um Schmutz zu entfernen, waschen manche rohe Eier nach dem Einkauf ab. Das kann die natürliche Schutzschicht beschädigt, Keime dringen leichter in das Innere des Eis ein.
Vor dem Essen waschen? Bei diesen Lebensmitteln auf keinen Fall!

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