Ärger mit dem Ordnungsamt

Paar muss für Eis 400 Euro Strafe zahlen - Eishändler reagiert

Auch zum Eisverzehr an der Eisdiele gibt es Corona-Regeln.
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Auch zum Eisverzehr an der Eisdiele gibt es Corona-Regeln. (Symbolfoto)
  • Anne Hund
    vonAnne Hund
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In Würselen sollte ein Paar mit 400 Euro Corona-Bußgeld bestraft werden, weil die beiden zu früh an ihrem Eis schleckten. Wie der Eisverkäufer reagierte.

  • Ein Paar in Würselen wollte eigentlich nur ein Eis essen gehen.
  • Sie setzten sich mit ihrem Eis auf eine Bank.
  • Nun sollen sie dafür 400 Euro Corona-Strafe zahlen. Der Eisverkäufer hat Mitleid.

Corona: Mit Eis auf die Bank gesetzt - 400 Euro Bußgeld

Wer ein Eis* schlecken möchte, muss sich erst 50 Meter von der Verkaufsstelle entfernt haben - so lautet die Regel in Corona-Zeiten. Für ein Paar im nordrhein-westfälischen Würselen wurde der Gang zur Eisdiele nun zu einem Ärgernis.

Das Paar habe sich an einer Eisdiele jeweils zwei Kugeln Eis* geholt und sich anschließend auf eine Bank gesetzt, berichtete Bild.de über den Vorfall. Plötzlich hätten zwei Männer des Ordnungsamts vor den beiden gestanden. Die Bank sei nicht weit genug von der Eisdiele entfernt, hätten sie zu dem Paar gesagt. Das Paar sei einsichtig gewesen und habe sich woanders hinsetzen wollen, berichtet Bild.de weiter.

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Corona: Eisverkäufer bietet Paar seine Hilfe an

Doch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien entschlossen gewesen. Das gebe jetzt ein Knöllchen - 200 Euro pro Person. Einen Stadtsprecher in Würselen zitierte die "Bild"-Zeitung in dem Bericht zu dem Vorfall so: "Es ist denkbar, dass sich das Paar innerhalb der verbotenen 50 Meter im Umkreis der Eisdiele aufgehalten hat. Deshalb das Bußgeld." Auch das Redaktionsnetzwerk Deutschland griff den Bericht der "Bild"-Zeitung auf. Vorerst werde das Paar den Bußgeldbescheid abwarten, diesen aber überprüfen lassen, berichtete rnd.de am 23. April.

Doch die Geschichte ist noch nicht ganz zu Ende: Als der Eishändler davon las, wollte er dem Paar gerne helfen, wie Bild.de in einem Folgebericht nun schrieb. "Es tat mir so leid, als ich davon hörte", zitiert das Portal den Sizilianer. "Beide sind ja auch in Kurzarbeit und verlieren Tausende Euro. Da tun 400 Euro doch richtig weh." Der Eishändler war fest entschlossen: "Ich will für sie das Knöllchen deshalb übernehmen."

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Großzügige Spende: Kinder sollen davon Eis essen dürfen

Die beiden seien von dem Vorschlag sehr gerührt gewesen - lehnten aber dankend ab, heißt es weiter in dem Bericht auf Bild.de. Sie wollten die 400 Euro Spende des Eishändlers stattdessen nun an verschiedene karikative Kindereinrichtungen weitergeben, damit die den Kindern ein Eis davon kaufen könnten.

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