Altersvorsorge in Deutschland

Alarmierend: Mehr als jeder zweite Rentner erhält weniger als 900 Euro im Monat

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Über die Hälfte der Rentner erhielt im vergangenen Jahr weniger als 900 Euro im Monat.
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Die Zahlen einer neuen Untersuchung durch die Bundesregierung sind alarmierend: Viele Rentner hierzulande sollen kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann lässt einen betroffen zurück: Diese wollte sich zum Thema Altersarmut informieren. Da erfuhr sie, dass über die Hälfte der Altersrentner im vergangenen Jahr weniger als 900 Euro im Monat erhielt - mehr als 9,3 Millionen Menschen seien davon betroffen, heißt es weiter. 58,6 Prozent der Rentner bekamen dagegen weniger als 1.000 Euro.

Mehr als jeder zweite Rentner bekommt weniger als 900 Euro

Dieses erschütternde Ergebnis liegt jetzt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor. Dem erklärte Zimmermann daraufhin: "Es lässt sich schlicht nicht leugnen, dass die gesetzliche Rente nicht mehr armutsfest ist." Das wiederum würde bedeuten, dass die meisten mehr schlecht als recht über die Runden kommen und ihre Lebenshaltungskosten decken können. Viele müssen sich aus diesem Grund noch etwas hinzuverdienen oder sind auf die Hilfe der Familie angewiesen.

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Allerdings gibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auch zu bedenken, dass man aus der Höhe einer Altersrente (in der gesetzlichen Rentenversicherung) nicht zwangsläufig auf Bedürftigkeit in der Grundsicherung im Alter schließen könne. Schließlich könne man nicht vorhersagen, wie die spätere Wohnsituation ist bzw. ob es noch etwaige zusätzliche Einkommensquellen (Mieteinnahmen etc.) gibt.

Video: Es droht vielen die Altersarmut

So beziehen sich die Rentendaten, die die Bundesregierung angegeben hat, auf die Rentenzahlbeträge, konkret handelt es sich also hierbei um den Betrag der Rente nach dem Abzug von Sozialbeiträgen und vor dem Abzug von Steuern.

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Stoppt die Pflicht zur Betriebsrente die Altersarmut?

Derweil spricht sich der Sozialflügel der Union für eine Pflicht zur Betriebsrente aus. "Mit dem Modell der Riester-Rente sind wir in eine Sackgasse geraten. Ich bin der Meinung, dass wir bei der privaten Vorsorge ein Obligatorium brauchen", so Karl-Josef Laumann, Nordrhein-Westfalens Arbeits-und Sozialminister gegenüber der Rheinischen Post. "Leute, die über 5.000 Euro monatlich verdienen, haben zu 75 Prozent Betriebsrenten, die unter 2.000 Euro verdienen, nur zu 15 Prozent. Da weiß man, wo das Problem liegt."

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jp

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