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Gesundes Essen im Alltag

Ernährungsexpertin Nadine Demmel im Gespräch: „Vegan heißt nicht gleich, dass es gesund ist“

Collage: Ernährungsexpertin Nadine Demmel/Obst und Gemüse
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Wie ernährt man sich richtig? Expertin Nadine Demmel hat Tipps.
  • Isabella Schweiger
    VonIsabella Schweiger
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Wie sinnvoll sind Diäten? Wie gesund ist vegan? Was soll täglich auf den Tisch? Das Thema Ernährung ist ein weites Feld, auf dem man sich schon mal verlieren kann. Und Ernährung betrifft uns alle. Wie einfach es ist, gesund und trotzdem lecker zu essen und welche Krankheiten man mit Ernährung gut in den Griff bekommt, das weiß die Kolbermoorer Ernährungsberaterin Nadine Demmel.

Frau Demmel, man liest und hört so viel über die richtige Ernährung, aber was ist eigentlich DIE richtige Ernährung?

Das lässt sich gar nicht so leicht beantworten, da dies für viele von uns etwas anderes bedeutet. Wir sind alle Individuen und reagieren daher ganz unterschiedlich auf die einzelnen Lebensmittel. Jeder Mensch verdaut die Nahrung anders und daher ist es mir wichtig, auch immer den Menschen im Gesamten zu betrachten. Viele essen einfach, weil sie es nicht anders kennen und es schon immer so machen, dabei ist ihnen gar nicht bewusst, dass es ihnen gar nicht gut tut. Um DIE richtige Ernährung zu integrieren ist es mir wichtig, auch BEWUSSTSEIN für Ernährung zu schaffen. Aber prinzipiell lässt sich sagen, wer viele frische, also unverarbeitete Lebensmittel konsumiert, diese selbst zubereitet und jeden Tag Gemüse und Obst integriert, macht schon viel richtig. Dazu gesunde Fette, Milchprodukte wie Quark oder Joghurt (ohne Zusätze), Vollkorn und Hülsenfrüchte kombinieren. Zudem sollte man täglich 1,5 bis 2 L Wasser oder Tee trinken und sich ausreichend an der frischen Luft bewegen. Fertiggerichte, auch Fertigsoßen und Fast Food sollten größtenteils vermieden werden, auch mit Zucker und Salz sollte eher sparend umgegangen werden.

Was sollte also täglich auf die Teller?

Hier lautet meine Antwort ganz klar: frisches Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukte sowie Hülsenfrüchte. Frischer Fisch und Fleisch (in Bio-Qualität) können 1-2-mal die Woche integriert werden. Zudem sollte mit unverarbeiteten Lebensmitteln, Gewürzen und Kräutern gekocht werden.

Wenn wir gerade von frischem Fisch und Fleisch reden: Vegetarisch oder sogar vegan sind mittlerweile mehr als nur Trends, sind sie überhaupt gesunde Alternativen?

Ja und Nein! Die Wissenschaft ist sich hier noch nicht einig. Prinzipiell ist gegen eine pflanzenbasierte Ernährung nichts einzuwenden, da diese uns viele Vital- und Ballaststoffe liefert, doch tritt auch häufig Nährstoffmangel auf. Daher würde ich jedem Veganer und Vegetarier raten, sich ein solides Wissen anzueignen, da es häufig zu einem Mangel an B-Vitaminen, D-Vitaminen, Proteinen und Spurenelementen kommen kann. Es sollte auch bei diesen Ernährungsformen darauf geachtet werden, viele frische und unverarbeitete Lebensmittel zu konsumieren. Nur weil auf der Packung vegan steht, heißt das nicht gleich, dass es gesund ist. Denn auch vegane oder vegetarische Fertiggerichte enthalten viel Zucker, Konservierungsstoffe oder künstliche Zusatzmittel, was dann wiederum nicht so gesund ist.

Wie kann man die richtige Ernährung langfristig in den Alltag einbauen?

Ernährungsberaterin Nadine Demmel

Hier kann mit verschiedenen Methoden gearbeitet werden, welche sich ganz individuell gestalten lassen. Wichtig ist mir hierbei, den Menschen als Ganzes zu betrachten und auch auf seinen Alltag, seine Umgebung, seine Bedürfnisse und Beschwerden zu achten. Bei meinen Kunden starte ich oft mit kleinen Veränderungen, wie z.B. der Umstellung des Frühstücks. Ein gesunder Start in den Morgen ist bereits viel wert. Bei Kunden mit Magen-Darm-Beschwerden rate ich zu einem warmen Frühstück, da dies viel bekömmlicher ist. Hat sich die Umstellung nach ein paar Wochen integriert, werden weitere vorgenommen. Viele schreckt der Aufwand des Kochens ab, doch Mittag- und Abendessen können mit einer gewissen Planung und Organisation auch gut in den Alltag integriert werden. Ich gebe hierbei wertvolle Tipps und Tricks an die Hand, um das leichter umzusetzen. Vorkochen, einfrieren und größere Portionen für den nächsten Tag vorbereiten, so entgeht man dem schnellen Mittagssnack mit Döner, einem belegten Brötchen oder anderem Fast Food.

Was machen die meisten falsch, wenn sie ihre Ernährung umstellen?

Sie versuchen mit Diäten und halbherzigen Empfehlungen des Internets schnell viel zu verändern, was meist nicht funktioniert oder nur von kurzer Dauer ist. Die meisten vergessen, auf ihren Körper zu hören und eine gesunde Ernährung mit viel Bewusstsein „step by step“ in den Alltag zu integrieren. So entsteht auch nicht das Gefühl auf etwas verzichten zu müssen.

Stichwort Diäten: Intervallfasten, Paleo, Low Carb - welche Diät ist wirklich sinnvoll? 

Ich muss hier ganz klar sagen, dass ich kein Freund von Diäten bin, da diese nicht nachhaltig sind und man schnell wieder in die alten Muster zurückfällt. Oft stellt sich der berühmte „JoJo-Effekt“ ein und die Frustration folgt. Die Ernährung sollte sich am besten so gestalten wie es sich für den Einzelnen gut anfühlt. Nicht zu essen, obwohl man Hunger hat, ist meiner Ansicht nach nicht der richtige Weg zum Wunschgewicht. Vielmehr geht es darum, sich langfristig gesund und nach eigenem Bedarf zu ernähren.

Dass man mit der Ernährung die eigene Gesundheit beeinflussen kann, ist bekannt. Aber umgekehrt: welche Krankheiten kann man mit Ernährung gut in Schach halten?

Da gibt es viele… Ob Rheuma, Neurodermitis, Colitis Ulcerosa, Migräne oder Hashimoto, um nur ein paar zu nennen! Hier kann eine angepasste Ernährungsform sehr hilfreich sein. Medikamente können im besten Fall reduziert werden, die Beschwerden werden leichter oder klingen ganz ab. Leider ist das vielen Menschen nicht bewusst, auch die Ärzte verweisen meiner Meinung nach noch zu wenig auf eine Ernährungsumstellung. Hier gibt es inzwischen sehr viele Studien, die die Wirksamkeit beweisen und daher hoffe ich, dass hier in Zukunft noch mehr Bewusstsein entsteht.

Mit welchen Problemen sollte man sich an Sie wenden?

Ich berate und begleite Kunden mit allgemeinen Magen-Darm-Beschwerden ohne eindeutige Diagnose, zum anderen Kunden mit einer Diagnose wie zum Beispiel Fruktoseintoleranz. Zudem kommen viele zu mir, die sich häufig müde und energielos fühlen und dies mithilfe der Ernährung verändern möchten. Andere wiederum möchten langfristig ihr Gewicht reduzieren.
Aber auch alle, die Erkrankungen vorbeugen möchten und diejenigen, die bereits durch eine Erkrankung eingeschränkt sind und ihre Lebensqualität langfristig und genussvoll wieder erlangen möchten. In der Beratung kombiniere ich wissenschaftlich bewiesene Erkenntnisse mit einem individuell angepassten Coaching, so finde ich gemeinsam mit meinen Kunden eine Umsetzungsform, die sich gut in den Alltag integrieren lässt und die Lebensqualität fördert.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Demmel!

Infos und Kontakt

Ernährungsberatung by Nadine Demmel
Dr.-Hans-Jakob-Str. 7, 83059 Kolbermoor 
Tel.: 0160 / 2449994,
e-mail: nadine.demmel@gmx.de

www.ernaehrung-nadine.de 

si

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