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Urteil

Was gilt bei Autobahnstaus und der Vorfahrt beim Auffahren

Stau
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Wenn sich der Verkehr auf der Autobahn staut, müssen Autofahrer bei der Auffahrt besonders vorsichtig sein.

Beim Auffahren auf die Autobahn gelten Vorfahrtsrechte, die man als Autofahrer kennen sollte. Doch was gilt bei einem Stau auf der Autobahn? Da fährt ja keiner - ändert das etwas an der Vorfahrt?

München - Auch wer während eines Staus auf eine Autobahn auffährt, muss die Vorfahrt des dort fließenden Verkehrs beachten. Anderenfalls kann er nach einer Kollision überwiegend haften müssen.

Doch auch alle, die mit Vorrang bereits auf der Autobahn unterwegs sind, müssen aufpassen. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Celle (Az.: 14 U 186/20), auf das der ADAC hinweist.

In dem Fall ging es darum, dass auf einer zweispurigen Autobahn der Verkehr auf der rechten Spur zum Erliegen gekommen war. Links lief er noch mit Stop-and-go-Verkehr. Von der Einfädelspur wollte nun ein Mann mit seinem Fahrzeug auf die Autobahn wechseln und stieß dabei mit einem Lastwagen auf der rechten Spur zusammen.

Der Pkw-Fahrer verlangte vollen Schadenersatz. Seiner Ansicht nach hätte der Lkw-Fahrer bei stillstehendem Verkehr kein Vorfahrtsrecht mehr gehabt. Der Lkw-Fahrer sagte, dass der Verkehr immer wieder, wenn auch langsam rollte und er den Unfall wegen des Einfahrens von der Einfädelspur nicht verhindern konnte.

„Vorfahrt“ beschreibt ein Recht, keine Tätigkeit

Der Streit landete vor Gericht - und das OLG Celle entschied, dass der Autofahrer zu 75 Prozent haften musste. Denn das Vorfahrtsrecht bleibt auch bei stockendem Verkehr und Stillstand bestehen. Der Begriff „Vorfahrt“ sei nicht an das eigentliche Fahren gebunden, sondern als ein Vorrecht zur Fahrt zu begreifen.

Auch der Lkw-Fahrer kam aber nicht ganz ungeschoren davon. Er musste zu einem Viertel haften. Trotz seines Vorrangs hätte er sich immer vergewissern müssen, dass vor ihm kein Fahrzeug eingefahren war. Denn weil er sich neben der Spur zum Einfädeln befand, musste er damit rechnen, dass noch weitere Fahrzeuge auf die Autobahn wollten. dpa

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