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Tschüss Großstadt

Karriere machen auf dem Land - so geht's

Anbindung vor Ort
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Wer aus der Stadt wegzieht, sollte die Anbindung vor Ort prüfen. Einen Führerschein zu haben, ist oft unumgänglich.

Eine Frage, die viele bewegt: Aufs Land ziehen, aber beruflich nicht zurückstecken - passt das zusammen? Die Antwort lautet: Ja. Aber nur, wenn die Infrastruktur stimmt.

Hamburg/Lüneburg - Großstadttrubel adé, stattdessen auf dem Land leben, arbeiten und entspannen. Das ist ein Wunsch, der während der Pandemie vielfach aufgekommen ist. Und aus dem ein Trend entstehen könnte.

Das hat auch damit zu tun, dass immer mehr Firmen mit Homeoffice-Regelungen einverstanden sind. Lebt die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer auf dem Land, dann hat er oder sie möglicherweise lange Anfahrtswege zum Firmensitz. „In vielen Fällen können sich Beschäftigte mit ihrem Arbeitgeber darauf verständigen, zwei Tage die Woche vor Ort zu sein und die restlichen drei Tage von zuhause aus zu arbeiten“, weiß der Hamburger Karrierecoach Volker Klärchen. Dass das Arbeiten im Homeoffice oft eine gute Option ist, habe der Lockdown in der Vergangenheit gezeigt.

Nachfrage nach Fachkräften groß

Diejenigen, die aufs Land ziehen, können aufs berufsbedingte Pendeln in die Stadt aber oft sogar ganz verzichten. „Auch im ländlichen Bereich gibt es einen hohen Fachkräftebedarf“, sagt Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. So haben kleine und mittelständische Betriebe im ländlichen Raum häufig Probleme, offene Stellen zu besetzen.

Auch im ländlichen Raum gibt es einen hohen Fachkräftebedarf - zum Beispiel im Bereich Pflege.

Einen kleinen Nachteil gibt es gegenüber der Stadt aber doch: Die Möglichkeiten, den Arbeitgeber zu wechseln, sind begrenzt. Kuechler-Kakoschke nennt ein Beispiel: Jemand der etwa in einem Landkreis wie Lüchow-Dannenberg lebt, sich dort beruflich wie privat wohl fühlt und bei einem Unternehmen eine gehobene Führungsposition hat, „wird den Posten zumeist sehr lange haben“. Ganz anders als jemand, der etwa in Hamburg lebt. „In Großstädten gibt es viel mehr berufliche Perspektiven und Wechselmöglichkeiten, weil es dort mehr Unternehmen gibt mit interessanten Führungspositionen.“

Kita, Wohnung, Anbindung - alles da?

Wer sich fürs Landleben entscheidet, muss den Schritt raus aus der Stadt gut planen. Passt der Umzug auch zur beruflichen Situation des Partners oder der Partnerin? Zudem sollte man checken, ob es eine geeignete Kita oder Schule für den Nachwuchs gibt.

Ebenfalls wichtig: „Die Mobilitätsfrage klären.“ In der Stadt fahren Bus und Bahn in aller Regel im Minutentakt, auf dem Land klappert ein Bus womöglich nur einmal am Tag die Dörfer ab. „Einen Führerschein zu haben ist auf dem Land in der Regel ein Muss.“

Weil Unternehmen dem Thema Homeoffice aufgeschlossener gegenüberstehen, überlegen nicht wenige, ihren Wohn- und Arbeitsort aufs Land zu verlegen.

Gerade auch, wenn Pendeln auf der Tagesordnung steht. „Das Arbeiten im Homeoffice hat allerdings auch seine Grenzen“, gibt Klärchen zu bedenken. Denn je höher jemand in der Unternehmens-Hierarchie ist, desto häufiger in der Woche muss er oder sie in der Firma präsent sein. Womöglich sogar jeden Tag. „Und auch wer die Karriereleiter erst noch nach oben klettern will, sollte vom Homeoffice möglichst absehen“, so Klärchen.

Beschäftigte, die ein fest definiertes Projekt leiten oder sich auf bestimmte Gebiete spezialisiert haben, können aus Sicht von Klärchen bei gutem Netzausbau und entsprechender technischer Ausstattung dagegen gut von zu Hause aus arbeiten. Vor allem wenn ohnehin auch in der Firma die Arbeit fast ausschließlich vor dem Bildschirm erfolgt. Sie sollten aber in jedem Fall darauf achten, dass sie mit ihren unmittelbaren Kollegen in Kontakt bleiben, rät Klärchen. dpa

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