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Jede zehnte Kündigung ist fehlerhaft - das ist der Hauptgrund

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Eine Kündigung sollten Sie immer genau prüfen, denn mehr als jede zehnte soll fehlerhaft sein.

Sie haben eine Kündigung erhalten? Dann sollten Sie diese genau prüfen, denn mehr als jede zehnte soll fehlerhaft sein - und somit anfechtbar.

Wenn eine Kündigung ins Haus flattert, sind Arbeitnehmer oft regelrecht geschockt. Doch es gibt eine gute Nachricht: Mehr als jede zehnte Kündigung soll fehlerhaft sein. Und das öffnet geschassten Mitarbeitern oft ein Hintertürchen zurück in den Job. 

Die Anwaltskanzlei Ratis und das Data Science Unternehmen One Logic untersuchte für eine überregionale Studie 785 Kündigungsfälle aus dem Jahr 2018. Dabei kam heraus, dass sich in zwölf Prozent aller Kündigungen Fehler eingeschlichen hatten, welche das Entlassungsschreiben für Mitarbeiter anfechtbar machten.

Häufigster Fehler: Besonderer Kündigungsschutz missachtet

Der Hauptgrund: In sieben Prozent der untersuchten Kündigungen wurden Mitarbeiter fälschlicherweise entlassen, die einem besonderen Kündigungsschutz unterliegen, da sie aus Sicht des Gesetzgebers als besonders schutzwürdig gelten. Dazu zählen Menschen mit Behinderung (73% der schutzbedürftigen Arbeitnehmer), Schwangere (21%) sowie Betriebsratsmitglieder (6%).

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Fünf Prozent aller Arbeitgeber begehen Formfehler bei der Kündigung

Auch banale Formfehler führen immer wieder zu ungültigen Kündigungen. In fünf Prozent der untersuchten Fälle haben Arbeitgeber schlicht "falsch" gekündigt. Das passiert schnell, wenn die Kündigung nicht - wie vorgeschrieben  - in schriftlicher Form auf Papier erfolgt, sondern lediglich mündlich, handschriftlich oder in digitaler Form (z.B. per E-Mail oder WhatsApp). 

Auch ein anderer Formfehler ist ganz typisch bei einer Kündigung - welcher, lesen Sie hier.

Immer mehr fristlose Kündigungen

Und noch eine Sache ist den Anwälten von Ratis im Rahmen ihrer Studie aufgefallen: Die Zahl der fristlosen Kündigungen lag bei stolzen 14 Prozent. "In der Regel muss dieser Kündigungsform ein schwerer Verstoß vorausgehen, damit sie rechtlich haltbar ist. Dennoch hat sich die Zahl der fristlosen Kündigungen unserer Erfahrung nach erhöht, weil Arbeitgeber damit ihre Verhandlungsgrundlage verbessern wollen", erklärt Sven Galla, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Kanzlei Ratis.

Zwar ist die Studie mit insgesamt 785 Kündigungsfällen (darunter ausschließlich Arbeitnehmer mit Rechtsschutzversicherung) nicht repräsentativ. Dennoch zeigt die Stichprobe, bei welchen Punkten gekündigte Mitarbeiter hinsichtlich einer Kündigungsschutzklage besonders wachsam sein sollten.

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