VERHANDLUNGEN AM 5. OKTOBER

MVV: Freistaat soll zweistelligen Millionenbetrag zahlen

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München – Bei der MVV-Tarifreform kommt es kommende Woche zum Schwur.

Am Freitag, 5. Oktober, ist ein Krisengipfel in großer Runde angesetzt. Ministerpräsident Markus Söder, Verkehrsministerin Ilse Aigner, Landräte der MVV-Region und OB Dieter Reiter wollen beraten, wie sich die Tarifreform retten lässt.

Wahrscheinlich werde das nur gehen, wenn der Freistaat einen zweistelligen Millionenbetrag jährlich als feste Unterstützung zusage, erklärte Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß (CSU) gegenüber unserer Zeitung. Er ist Sprecher der MVV-Landkreise. Bisher zahlt der Freistaat nichts. Sollte er das tun, was nach Verlautbarungen von Söder wahrscheinlich ist, dann wird er auch für die anderen Tarifverbünde etwa in Augsburg oder Nürnberg künftig zahlen müssen.

Die MVV-Reform soll erst im Dezember 2019 in Kraft treten, der ursprüngliche Termin 9. Juni 2019 ist nicht zu halten.

Zur Erinnerung: Der ersten Fassung der Reform, die unter anderem eine M-Zone für ganz München sowie sechs Zonen außenrum statt der bisherigen 16 Ringe vorsieht, hatten einige Landkreise schon zugestimmt. Doch die Kreisräte des Landkreises München verlangten ultimativ Nachbesserungen. Sie wollten Tarifsprünge für Groß-Gemeinden wie Unterschleißheim oder Ismaning, die dicht neben (aber eben nicht in) der M-Zone liegen, nicht hinnehmen. Sollten sie doch noch in die M-Zone rutschen, entstehen für den MVV Einnahmeverluste, die dann wohl der Freistaat übernehmen müsste. Am Mittwoch haben sich die Landräte auf eine gemeinsame Marschroute für einen Neustart verständigt. Jeder Landkreis hat nun Nachforderungen. „Auch wir haben neue Vorschläge angemeldet, wir wollen Tarifsprünge abmildern“, sagt der Tarifexperte im Landratsamt Fürstenfeldbruck, Hermann Seifert. Das sei aber ein laufender Prozess, manches werde vielleicht erst in späteren Korrekturen nach 2019 erreicht werden können.

Sicher ist, dass der MVV die schon gezeichneten Tarifpläne einstampfen muss. „Wir gehen davon aus, dass wir gegen Ende Oktober mit einem neuen Modell an die Öffentlichkeit gehen können – und damit auch mit neuen Preisen und Plänen“, so eine Sprecherin. dirk walter

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