Ruhpolding - Das WM-Fieber steigt: Sieben Tage vor der Eröffnung der Biathlon-Weltmeisterschaft in Ruhpolding ist auch bei Bürgermeister Claus Pichler die Vorfreude riesig.

© Weitz
Ruhpoldings OK-Chef Claus Pichler, hier mit DSV-Boss Alfons Hörmann und IOC-Vize Dr. Thomas Bach (von links), verspürt große Vorfreude auf die Weltmeisterschaft.
Im Gespräch stellt der Chef des WM-Organisationskomitees deutlich heraus: "Dass so eine WM in meiner Amtszeit stattfindet, das ist für mich ein echtes Geschenk."
Die schwierigste Aufgabe sei ohnehin der Transport der Zuschauer und die gesamte Logistik der WM. "Die Fans sollten die Bahn nutzen", rät er - zumal mit WM-Ticket die Fahrt ab Waging oder Traunstein nach Ruhpolding kostenlos ist. Für Pkw-Anreisende empfehle es sich, in Inzell an den Sammelplätzen zu parken. Von dort verkehren Busse zur Biathlon-Arena - an dieser gibt es keinen Parkplatz für Besucher. Auch in Reit im Winkl wurden zahlreiche Parkplätze geschaffen, auch von hier verkehren ausreichend Busse für die Fans.
Und was erhofft sich der OK-Chef sportlich von der WM? "Die Erfolge der Deutschen im Weltcup waren mir zuletzt schon fast ein bisschen unheimlich. Wenn bei den Damen mal die Magdalena Neuner nicht gewonnen hat, dann war die Andrea Henkel vorn." Und bei den Herren schlug ja unter anderem Lokalmatador Andreas Birnbacher (Schleching) zu.
Dass sein Bruder Wolfgang Pichler nun als russischer Trainer ebenfalls ein starkes Team an den Start bringe, sei erfreulich, "aber es gibt eine klare Devise: Die dürfen gut sein, aber die Deutschen dürfen besser sein", hat Claus Pichler schon mal familienintern klargestellt.
Jetzt könne er nachträglich besser seinen Vater verstehen. Als dieser im Biathlonzentrum tätig gewesen war, "haben wir Buben ihn immer gefragt, wie es ausgegangen ist. Er hat geantwortet: ,Das weiß ich nicht, es war so viel zu tun'. Inzwischen geht es mir selbst so wie ihm", schmunzelt Claus Pichler.
Dass die WM eine Sache der gesamten Region sei, sei auch daran zu erkennen, "dass zwischen Reichenhall und Rosenheim praktisch alle Zimmer belegt sind." So sei die WM für Ruhpolding, aber auch den Chiemgau und das Berchtesgadener Land von "unschätzbarem Wert".
Das WM-Budget sei mit sechs bis sieben Millionen Euro schon gewaltig. "Bei der WM 1996 waren es noch zwei Millionen D-Mark - und auch das war schon gewaltig", so Pichler. Daher müsse man auch darauf achten, dass entsprechende Einnahmen erzielt würden.
Auf gute Zuschauerzahlen darf man sich auf jeden Fall freuen: 16.000 Fans kommen im Tribünenbereich unter, rund 12.000 können an den Streckenabschnitten sein. Und er betont: "Vor allem für die Veranstaltungen an den Wochentagen gibt es noch Karten. Manchmal habe ich das Gefühl, die Leute fragen nicht mehr nach, weil sie glauben, es sei alles ausverkauft." Das ist definitiv noch nicht so, aber richtig viel los sein wird auf jeden Fall.
Derzeit sind übrigens noch keine Nationalteams da, denn wegen der Streckenpräparation darf derzeit in der Arena nicht trainiert werden. Wenn dann aber Sportler und Fans allmählich eintreffen, dann tritt das ein, was der OK-Chef als "besonders schön" an der WM empfindet: "Das internationale Flair, die Offenheit beim Treffen der Völker der Welt, das beflügelt mich."
who/Oberbayerisches Volksblatt



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